Gedichte aus dem Grab

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Gedichte aus dem Grab

Beitragvon Thaelsis Grabraunen am Sa 16. Mai 2009, 23:16

Der Winter ist ein harter Herrscher.
Schwäche lässt er nicht zu.
Nur die Kraft überlebt.
Bis auch sie vergeht.
Keiner hört den Hilferuf.
Niemand sieht die zahllosen Gräber.

Im Herbst ist die Farbe unerschöpflich.
Man lernt vom kalten Sonnenlicht.
Bald schließt sich ein Jahreskreis.
Neben dem Feuer bleibt es heiß.
Wenn es verlischt.
Wird man vom Sturm gepeitscht.
Erkennt die Gefahr.
Die Beute wird immer weniger.
Drum lasst euch woanders nieder.
Sonst holt euch der Winter.

Er ist ein harter Herrscher.
Seid ihr alleine.
Wird nicht nur der Hunger, Eurer harren.
Im tiefen Schnee wird jeder Knochen knarren.
Verlasst die Einöde.
Sonst kommt euch das Leben zuvor.

Wenn die Bäume, Feuer tragen.
Die Früchte verfault zu Boden fallen.
Der Wind, das Laub verweht.
Das Wild kaum mehr in die Falle geht.
Solltet ihr die Sachen packen.
Euch nicht durchs Dickicht hacken.
Eure Kräfte schonen.
Denn bald könnt ihr hier nicht mehr wohnen.

Altvater Winter beherrscht das Land.
Im eisigen Griff hält keiner den Atem zu lange an.
Vorsicht, wenn der Schlaf dich übermannt.
Dann erfasst dich die knöcherne Hand.
Das Ende im Überlebenskampf.
Nichts hält zeitlos stand.
Magie gibt Macht, lässt Arroganz wachsen aber den Hunger nicht schrumpfen.
Ein Tempel, erfüllt mit klagendem Chor, versucht zu warnen – öffnet nicht, sein einziges Tor.
Thaelsis Grabraunen
 
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Re: Gedichte aus dem Grab

Beitragvon Thaelsis Grabraunen am So 17. Mai 2009, 20:20

Hört ihr wie die Geige spielt?
Ist es Sehnsucht, die ihr fühlt?
Ein flackernder Schatten.

Ein Sturm der Sinne geht auf euch nieder.
Der Geiger spielt immer schneller.
Die Braut umfasst die Hand des Gatten.

Zwei Silhouetten wirbeln umher.
Beide im Bann der sterblichen Gier.
Heute Nacht werden sie gemeinsam schlafen.

In den Flammen der Sünde.
Erscheint eine neue Blüte.
Ein Jeder schenkte ihnen Gaben.

Doch ihr Glück wird nur kurz währen.
Auf dem Rücken der Schindmähren.
Wird der Sprössling zu Grabe getragen.

Zerschmettert, erliegen Vater wie Mutter der Trauer.
Er hüllt sich in ohnmächtigem Schweigen.
Sie ertrinkt im Tränenschauer.
Erbarmungslos, spielen die Geigen.

Eine in Schwarz gehüllte Gemeinde.
Weit und lange, hallen die Schreie.
Der Himmel erstrahlt wie zum Hohn in hellstem Blau.

Durch keine Wolke befleckt.
Erniedrigend lacht das Firmament.
Der Tod geht auf Beuteschau.

Welch schwaches Herz mag er wohl finden?
Wird er, es in den ewigen Schlummer singen?
Er nimmt dem Mann, die Ehefrau.

Damit er endlich das Schweigen bricht.
Deswegen erlag sie dem gnädigen Stich.
Der sture Hund…

Flieht in die Lähmung.
Sieht den Arbeitern beim Graben zu.
Er ist nur eine Hülle.
Sein eiserner Wille…
beraubte ihn, der Gefühle.
Zu keiner Regung mehr fähig.
Büßen wird er auf Ewig.
Eingefangen im trostlosen Käfig.
Ist gebrochen und besiegt.
Magie gibt Macht, lässt Arroganz wachsen aber den Hunger nicht schrumpfen.
Ein Tempel, erfüllt mit klagendem Chor, versucht zu warnen – öffnet nicht, sein einziges Tor.
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Re: Gedichte aus dem Grab

Beitragvon Thaelsis Grabraunen am Di 19. Mai 2009, 14:43

Es wird dir schwarz vor Augen.
Blitze zischen durch die Nacht.
Durch die Wolken ragt der Turm.
Sein Herr und Meister hat dich an diesen Ort gebracht.

Pass auf, wohin du trittst.
Das Gras ist feucht vom Regen.
Ihrem Halt nicht trauen sollst.
Sonst lernst du fliegen ohne Schwingen.

Es kracht, das Falltor ging auf.
Im nassen Holz spiegelt sich der Mond.
Spürt ihr einen ängstlichen Hauch?
Kehrt ihr um oder zeigt ihr Mut?

Unsichtbare Augen verfolgen jede Regung.
Ihre Stiche bluten auf der Haut.
Die Wunden sind nicht zu sehen.
Weil den Seelenklagen niemand glaubt.

Stundenlang ist Blut geflossen.
Die Zeit verrinnt noch immer.
Zahllose Tränen wurden vergossen.
Für diesen kleinen Hoffnungsschimmer.

Der Turm steht dir noch immer offen.
Komm herein, flüstert man dir zu.
Du wurdest auserkoren.
Nach diesem Schritt kracht das Tor zu.

Nur die Finsternis und du.
Der Thron ruft nach dir.
Leg dich schlafen und komm zur Ruh.
Du fühlst dich geborgen durch ein kleines Kerzenlicht.

Das Rufen nimmt jedoch kein Ende.
Es will dich seinem Willen unterwerfen.
Wirst berührt durch kalte Hände.
Bald wird nur noch der Tod deine Gedanken beherrschen.

Machst ihn zu deinem Ziel.
Stehst auf, kannst die neue Kraft nicht begreifen.
Siehst die Bilder wie dein Leib vom Turm fiel.
Das Gewitter selbst scheint dich anzutreiben.

Wankend bist du an die Spitze gelangt.
Jetzt ist es totenstill.
Der schwarze Engel reicht dir seine Hand.
Bloß einen Sprung vom Frieden entfernt.

Könnt ihr euch von diesen Gedanken lösen oder werden sie euch in die Verzweiflung führen?
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Angst,

Beitragvon Thaelsis Grabraunen am Mi 20. Mai 2009, 06:14

Ist bleich und schwach.
Ist wie ersticken an der Schmach.
Hält die Kräfte in Schach.
Hält den schwitzenden Menschen wach.
Lässt einen nicht los.
Führt den letzten Stoß.
Wirft den Leib auf die Knie.
Gewährt die Gnade, nie.
Drückt das Fleisch an die Wand.
Zeichnet die Karikatur mit freier Hand.
Treibt dich an den Rand.
Mit der Angst, wagst du den Sprung.
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Re: Gedichte aus dem Grab

Beitragvon Thaelsis Grabraunen am Mi 20. Mai 2009, 06:18

Schreit dich an. Du wirst klein.
Willst nicht mehr am Leben sein.
Schlägt dich nieder.
Zerschmettert deine Glieder.

Hilfe rufen, hört dich keiner.
Das Wort erstickt in deinem Hals.
Zur Freude deines Peinigers.
Nur der Schmerz widerhallt.

Kannst nicht fliehen.
Bis er aufhört dich zu foltern.
Der Tod beginnt am Faden zu ziehen.
Gebrochen wirst du in seine Hände stolpern.
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Re: Gedichte aus dem Grab

Beitragvon Murkey am Mi 20. Mai 2009, 22:03

*lässt etwas Licht in die dunkle Ecke fallen, wo diese Texte hängen*

Vergiss nicht die guten Seiten des Lebens.
Kann natürlich nicht sagen, ob es die imTod noch gibt.
Aber das kannst Du ja Myrell fragen

*kichert*
Die Schatten sind ein zweischneidiges Schwert.
Mit einer zweiten Schneide dort, wo der Griff sein sollte.
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Re: Gedichte aus dem Grab

Beitragvon Thaelsis Grabraunen am Do 21. Mai 2009, 12:41

Bezauberndes Kind der Zeit. Lass uns die Hände reichen.
Zusammen vergeht unser Leid. Lass uns einander nicht mehr von der Seite weichen.
Weder Angst noch Traurigkeit, kann uns nun noch erweichen, auf die Knie zu sinken.
Kein Chor der Marter schafft es gegen unsere Einheit. Komm, setzen wir das Zeichen und der Feind wird uns mit der weißen Fahne winken.

Bezauberndes Kind der Zeit. Lass uns die Hände zu Fäusten ballen.
Du in deiner Schönheit, deine Präsenz allein erfüllt mich mit Wohlgefallen.
Meine Augen kriegen nicht genug von deiner Beschaffenheit. Ein zügelloser Geist würde in die tiefste Sehnsucht verfallen.
Manche Fragen erscheinen mir wie eine Torheit. Ich spüre in mir wilde Gelüste widerhallen.
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Re: Gedichte aus dem Grab

Beitragvon Thaelsis Grabraunen am Do 21. Mai 2009, 13:15

Ich bin eine Waffe.
Wenn ich komme.
Erklingt der Grabgesang.
Bringe den Feinden einen jähen Untergang.

Ihre Seelen sind Fraß für meine Klinge.
Ihr Blut ziert meine Lippen.
Mein Durst erst an sein Ende kommt.
Wenn jeder Feind auf dem Schlachtfeld tot.

Ich spüre sie wie den Wellengang.
Bin ein Fels in der tückischen Brandung.
In meiner Nähe ertönen sie.
Die Klagen der Banshees.

Wagt es, ihnen zu lauschen.
Im sanften Meeresrauschen.
Betten sie euch zur Ruhe.
Ohne es zu merken, kommt ihr dabei zu Tode.

Wagt es, ihnen zu lauschen.
Es sind Stimmen vergangener Jahrtausend.
Sie kommen nie zur Ruhe.
Schreiend zaubern sie, ihre Flüche.

Wagt es, ihnen zu lauschen.
Ihr hört nur das Tosen des Sturms.
Niemand dringt in sein Auge ein.
Niemand findet dort den Frieden.

Wagt es, ihnen zu lauschen.
Sie werden euch ängstigen.
Schleichen sich durch euer Mark.
Bewachen seit jeher, ein leeres Grab.

Wagt es!
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Kennt ihr schon die Melodie?

Beitragvon Thaelsis Grabraunen am Fr 22. Mai 2009, 00:21

Die, sich schleichend durch die Täler zieht.
Wenn sie erklingt, bekommt man weiche Knie.
Indem sie euch zu sterben befiehlt.

Kennt ihr schon die Melodie?
Als das Wasser von den Hängen fällt.
Sie ist die Hand, die euch in die Tiefen führte.
Es wird gefährlich.

Jäh wird ihr Klang verstummen.
Gebannt in eurem Schrecken.
Seid ihr längst im Wasser versunken.
Hilflos versucht ihr, euch zu retten.

Im stillen, nassen Grab.
Werden die Seelen gesammelt.
Ihr seid nicht die Letzten, die dieses Schicksal traf.
Gebt Acht falls ihr an diesen Ufern wandelt.

Denn die Melodie ist immer da.
Sie leitet euch zum Seelenfluss.
Sie weiß, dass der Zeitpunkt kommt, wann die Nächste ihr erlag.
Sobald sich eure Hände ergreifen, fand das Leben seinen Schluss.

Schlägt die Warnung in den Wind.
Dann wird der Fluss nie versiegen.
Seine Arbeit ist erst getan, wenn auch der letzte Narr in diesen Fluten ertrinkt.
Bald darauf wird er die Höllenpforte entriegeln.

Ihr Feuer harrte nur auf diesem Moment.
Nun konnte es die Welt reinigen.
In seinem Zorn wird jeder Berg gesprengt.
Er macht den Weg frei für die Nachfahren.

Aus dem Licht des Feuers werden sie geboren.
So wie wir geboren wurden.
Wenn nur noch Funken übrig sind, ist Platz für die Neuen.
Auch die Überlebenden kommen aus den Gruben.

Ein Kreis hat sich geschlossen.
Ein Weiterer beginnt sich zu drehen.
Die Zeit ist geflossen.
Sie wird nicht aufhören.
Es ist ihre Melodie.
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Gedichte aus dem Grab

Beitragvon Thaelsis Grabraunen am So 24. Mai 2009, 00:07

Das Licht geht aus, das Licht geht aus, das Licht geht aus;
Der Gedanke, der Gedanke, der Gedanke saust;
Ganz wild im Kreis…

Du kriegst uns.
Wir kriegen dich.
Kommen aus dem Nichts.
Stehst da, ganz ohne Schutz.
Das Licht ging aus.

Das Kruzifix, das Kruzifix, das Kruzifix;
Schau doch, schau doch wie es in der Hand zerbricht;
Stehst da, ganz ohne Licht.

Hör hin, hör hin, nicht hin!
Dein Verstand überlistet sich.
Die Furcht fesselt dich.
Kreischend wie die Zeit verrinnt.

Kommen aus dem Schwarz;
Wie die Schatten der Nacht;
Krallen wir uns fest…

Es wird dir kalt;
Am ganzen Leib;
Schrecklich nass…

Klebriges Gewand;
Vom Zittern durchfahren;
Die Last der Alben;
Kaum zu ertragen!

Bist du ohne Licht;
Kommen wir aus dem Nichts;
Nehmen dir, den letzten Schutz;
Das tobende Herz, das uns noch trotzt.

Du solltest nicht zu träumen wagen.
Während wir an deiner Türe nagen.
Betören uns, an deinen Klagen.

Denn das Licht ist aus.
Setzen uns auf die Brust.
Dein Herz steht unter Druck.

Bist gefangen.
Hörst nicht auf, zu bangen.
Du siehst nur wie wir lachen.
Deine Seele zu unserem Spielzeug machen.
Kannst nicht aufwachen.
Kannst nicht schlafen.
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Das düstre Wort regiert

Beitragvon Thaelsis Grabraunen am Mo 25. Mai 2009, 15:01

Sind gelaufen, wurden von der Angst gejagt.
Durchs Gebüsch, durch den Garten.
Die Glieder flüsterten, Wir müssen rasten.
Der Wahn befahl, Wir müssen hasten.
Hinter jeder Ecke, Alpträume geduldig warten.
Fielen in den See, wurden bis zum Selbstmord geplagt.

Verwirrt, tanzt das Fallbeil.
Die Furcht trieb den Keil.
In deine Brust.
Für den Atem war bald Schluss.
Fühlst dich wie festgewachsen.
Die Klinge flog auf dich zu.
Konntest keinen Gedanken fassen.
Dreh dich um, mach die Augen zu.

Der Dorn stach in meinen Kopf.
Trieb den Schmerz ganz tief hinein.
Befand mich im Schock.
Muss mich davon befreien.
Komm nicht ran.
Jeder Versuch sich im Nichts verliert.
Erschöpft sinkt mein Arm.
Wurde von Verzweiflung dominiert.

Du schneidest dich.
Kein Blut fließt mehr.
Dich beschleicht ein Gefühl, so widerlich.
Hoffst inständig, dass niemand davon erfährt.
Verdammt sei, das gierige Fleisch.
Ich verfluche dich, du sündiger Reiz.
Schaust ins Glas, es ist so rot.
Willst du davon trinken, ist es leer.
Hältst dich für tot.
Hast kein Gefühl mehr.
Das Letzte hat dich auch verlassen.
Wie sehr musst du die Welt wohl hassen?
Willkommen, im toten Schwarz.
Wirst getroffen, von einem herben Schlag.
Er lässt dich kalt.
Schlurfst weiter, immer tiefer ins Nichts.
Damit man dich bloß vergisst.
Da hat dich eine Hand erfasst.
Zieht dich behutsam aus dem Nass.
Deine Augen sind geblendet.
Hoffst darauf, dass dein feuchtes Fleisch verendet.
Wachst auf und der Alptraum war beendet.
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Jede Regung will zur Ruh

Beitragvon Thaelsis Grabraunen am Di 26. Mai 2009, 03:50

Sehe den Ärger, den, ich wecke.
Ihn, herzlos, in dich stecke.
Ihn, köstlich, an deinen Zähnen schmecke.
Dreist von deiner Wange schlecke.
An deinem harten Blick verrecke.
Meinen Griff nach dir strecke.
Dein Gewand mit Jauche beflecke.
Bevor ich mich verkrieche.

Wenn sich Blut mit Dreck vermischt.
Das Kerzenlicht bald verlischt.
Der Mörder, Haken durch die Wiese schlägt.
Glitzernde Beute bei sich trägt.
Stein um Stein überspringt.
Im reißenden Fluss ums Leben ringt.
Der Beutel, das Gold am Grund verteilt.
Den Leib, der Tod ereilt.
Die Wege sich im Jenseits kreuzen.
Die verbissene Schlacht wird man in der Hölle vergötzen.
Im Himmel vergeben.
Und wechselt die Seiten im nächsten Leben.

Fließende Bewegung.
Erstarkte Erregung.
Keine Duldung.
Keine Entschuldung.
Der Stahl schneidet.
Das Fleisch blutet.
Die Hand führte das Schwert.
Die Hand warf das Totenlaken.
In Blut gekleidet.
Von Schmerz geflutet.
Zitternd sich das Leben wehrt.
Der Tod stand in den Karten.

Neid öffnet den Spalt.
Eifer ist das Los der Ungeduld.
Scham ist das Band der Treue.
Das Denken ist eine Ranke mit tödlichem Dorn.
Die Feder ist erfüllt mit vernichtendem Zorn.
Gier ist der Riss der Treue.
Gleichmut ist der Gärtner der Geduld.
Gunst schließt den Spalt.
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Gefangen im Gedächtnis

Beitragvon Thaelsis Grabraunen am Di 26. Mai 2009, 04:27

Ein wacher Geist, sucht Beschäftigung.
Eine müde Seele, ersehnt sich die Vernichtung.
Ein schwacher Körper, will trotzdem kämpfen.

Jahrelang dieselbe Qual.
Jede Stunde stellt sich die Wahl.
Zu sterben oder zu leben.

Beides scheint unmöglich.
Wenn die eigenen Kräfte dich fesseln.
Sonst droht die Zerstörung.

Denn die Unschuld.
Zahlt den Preis mit seinem Blut.
Bevor das geschieht, opfert man sich selbst.

Egal wie man wählt.
Es steht fest, dass es schmerzt.
Kein Weg da, um zu vergessen.
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Gedichte aus dem Grab

Beitragvon Thaelsis Grabraunen am Mo 15. Jun 2009, 01:09

Der Rauch durch die Gassen zieht.
Stickig, das Feuer schwillt.
Von Haus zu Haus, sein Funke springt.
Das Leben aus der Stadt dringt.
Der Stifter gehässig, ein Liedchen singt.
Es ihm am Ende viel Geld einbringt.
Während ein Anderer um seinen Besitz ringt.
Die Sonne wagt sich langsam am Horizont hervor.
Es herrscht immer noch ein großes Feuer.
Die Gemäuer brechen zusammen.
Viel Fleisch verbrennt in den Flammen.
Vom Pech verfolgt, wird man erschlagen.
Unter Trümmern wird gesucht, seit Tagen.
Die geliebte Idylle.
War nun eine Hölle.
Kein Trost in Sicht.
Schiffe schon gar nicht.
Gestrandet.
Vom ruhelosen Meer umrandet.
Erst nach Jahren, jemand in den Ruinen landet.
Entsetzlich wie das Wrack, an die Klippen brandet.
Mit dem vergessenen Schatz.
Sitzt der Mensch allein im Grab.
Magie gibt Macht, lässt Arroganz wachsen aber den Hunger nicht schrumpfen.
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Gedichte aus dem Grab

Beitragvon Thaelsis Grabraunen am Di 16. Jun 2009, 22:22

Endlich, zeigt sich der Mond.
Tritt hinter den Wolken hervor.
Dein Gesicht in seinem Licht badet.
Es die Zähne schärft, die Haut mit Fell überzieht.
Die Augen mit rotem Glühen erfüllt.
Die Nägel zu Klauen wachsen lässt.
Zum Jäger gemacht bis zu seinem Untergang.
Stimmst ein, in den heulenden Chor.
Deine sehnige Gestalt auf Beute wartet.
Geräuschlos durch die Wildnis fährst, dein Schatten, den reißenden Fluss überfliegt.
Keinen Fluchtweg, unbedacht lässt.
Es keine Schranken gibt für deinen Tötungsdrang.

Ziehst das Schwert aus der Scheide.
Die andere Hand hinter dem Umhang versteckt.
Bedächtig, das Wurfmesser befingert.
Rasant sich der Abstand der Kämpfer verringert.
Ein Streich, jeder ist mit Blut befleckt.
Der Blutrausch verteilt die Eingeweide.

Machst einen Schritt.
Heißer Dampf frisst deinen Fuß.
Fällst, mit Qualen im Gesicht, nach hinten.
Der Schatz aus deinen Taschen glitt.
Die Lava kam in einem Guss.
Niemand wird je eine Spur von dir finden.

Ein Trugschluss.
Ein Stachel, in der Brust.
Schwindel umschmiegt, deine Stirn.
Knallst auf die Knie.
Zitternd stützt dich noch der Arm.
Überleben, wirst du das Gift wohl nie.
Die Pflanze war so schön anzusehen.
Vom Tod, kann auch keiner erzählen...
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