Gedichte aus dem Grab

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Die Säule aus der Finsternis

Beitragvon Thaelsis Grabraunen am Mi 17. Jun 2009, 23:06

Die Stimmung in der Tiefe.
Bratet die Seele in der Hölle.
Unbarmherzig gefoltert in der Stille.
Rachsucht keimt im bebenden Zorn.
Zu Asche zerfällt das reife Korn.
Mit jedem Schritt wirst du mir gehör’n.
Das unkenntliche Leid, die verweigerten Tränen.
Tag für Tag aufs Neue muss ich mich zähmen.
Widerwillig weiterleben.
Ihr werdet nie von mir hören, Ich will nicht sterben.
Denn ich würde lügen.
Alles Leben muss sich dem Tode fügen.
Früher oder später.
Die ewige Ruhe wär’ mir lieber.
Doch diesen Wunsch teilt niemand mit mir.
Wollen mich nur drehen und wenden.
Bis das Leben anfängt mir wieder Freude zu schenken.
Um am Ende doch nur im Sarg zurück in die Tiefe zu sinken.
Der Tod ist mir ein Erlöser.
Meine bloße Existenz nur eine Folter.
Lebensmüde sein darf man nur im Alter…
Selbst am Feuer wird mir immer kälter.
Das Tageslicht ist schmerzhaft.
Der Mondschein berührt mich sanft.
Euer Weg ist nicht für mich gemacht.
Fühlte mich oft nur wie ausgelacht.
Sperre mich zusehends von allem ab.
Denke stets an mein eigenes Grab.
Ich bin einsam besser dran.
Als in euren Menschenmassen.
Muss mich zügeln sie nicht zu hassen.
All die Reize sind nicht in Worte zu fassen.
Denn die Gefundenen lassen euch vor Furcht verblassen.
Selbst- oder Fremdgefährdung.
Man fragt ob ich vorher warnen würde.
Ich sage Ja, mit dem Wissen es nicht zu tun.
Während ich in meinen Gedanken wühle.
Sieht man denselben Kreis.
Der mich freudig in die Tiefe reißt.
Dort ist es schwarz und leer.
Manchem wohl auch ein salziges Meer.
Gefüllt mit Blut und geschundener Haut.
Ein ekelhaftes Treibgut.
Ich reiß das Maul auf und schluck es runter.
Im Gesicht steht der Horror.
Lest weiter und das passiert noch öfter.
Die Frage lautet, Ihr liegt sterbend vor mir.
Mit der Angst es sei egal.
Vielleicht zehre ich ja von eurer Qual?
Oder steige einfach drüber weg?
Lass euch liegen im nassen Dreck.
Mir ist mein eigenes Leben schon nichts wert.
Wie kann es dann sein, dass es mich um Fremde schert?
Jedes Fleisch widert mich an.
Egal ob Frau oder Mann.
Ich suche schon so lange um zu wissen.
Dass sich mit der Zeit immer mehr Krallen in die Seele rissen.
Ganz von Selbst.
So wünsch ich mir den Tod für diese Welt.
Doch die Uhr blutet jeden aus, der nicht warten kann.
Also fangen wir von vorne an.
Aus der Sünde zweier Körper wurde ich geboren.
In die Tiefe hat es mich gesogen.
Dort verweile ich immer noch.
Es ist ein kaltes, klaffendes Loch.
Das mich zerquetscht und wieder ausspuckt.
Bin ich entkräftet und geblendet, höre ich wie es mich zurück in seine Tiefe lockt.
Immer’s selbe wird hier steh’n.
Bis die Seele und ihre Hülle vergeh’n.
Doch bis dahin hat’s noch Zeit.
Es ist nicht das letzte Mal, dass der Sterbliche sich beschreibt.
So viele Stimmen und alle tragen Leid.
Zumindest hört man es nicht wenn eine mal vor Freude schreit.
In der Flut geht sie unter.
Ihr Perlenglanz verliert sich im Dreck.
Zögerlich windet sie sich im Kummer.
Bevor sie sich greifen lässt.
Spült die nächste Woge sie weg.
Immer tiefer, immer weiter fort.
Zurück sind wir am eisigen Ort.
Dem Sitz meiner Seele.
Schon oft hat man davon gehört.
Wie der Weg von einem Punkt zum anderen führt.
Das flackernde Feuer immer weiter anschürt.
Wunden in den Geist brennt.
Alte Nähte immer wieder auftrennt.
Kein Streit zu ende geht.
Jahre ins Land ziehen und man nichts von alldem versteht.
Und zurück in den Abgrund sieht.
Alles verlischt, was immer auch geschieht.
Magie gibt Macht, lässt Arroganz wachsen aber den Hunger nicht schrumpfen.
Ein Tempel, erfüllt mit klagendem Chor, versucht zu warnen – öffnet nicht, sein einziges Tor.
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Stumm und fern, lauere ich auf den Genuss

Beitragvon Thaelsis Grabraunen am Sa 20. Jun 2009, 17:45

Im Odem deines Rachens.
Schmeckst du, den Gestank.
Fürchtest dich im Schlaf vor dem Erwachen.
Die Verzweiflung macht dich krank.
Die Gewalt in dir, wild an den Stäben reißt.
Sich bald aus dem Käfig befreit.
Lähmend laut in die Weiten schreit.
Verängstigt und verloren, dein Opfer kreischt.
Bis die Stimme im Hals erstickt.
Die letzte Stunde hat getickt.
Nach seinem Tod, immer noch weiterfickst.
Die Verfolger immer höhnender austrickst.
Sie, an der Schmach, ihren Verstand verlieren.
Nicht aufhören, sich zu genieren.
Immer mehr, auf ihre Lasten legen.
Deine Taten bleiben verwegen.
Dein Triumph wird immer größer werden.
Führst weiterhin, ein maßloses Leben.
Auch deins wird einmal vergehen.

Betörend.
Fällst du ihm zu Fuße.
Steigst an ihm hoch während du dich anschmiegst.
Lässt dich nicht hemmen.
Sein Teil in dich stemmen.
Beweist seiner Nase wie sinnlich du riechst.
Kein Grund zur Buße.
Gefühle zu fördern.

Streifst durch den Dschungel seiner Haare.
Gibst ihm dieselbe Chance.
So Weib sich mit Mann paare.
Verfallend in erotischer Trance.

Hungrig, geben sich die Lippen.
Schmecken die verführerische Haut.
Herrlich wie die Sinne ausflippen.
Keine Kraft, die sich mehr staut.

Die letzten Zeilen waren keck.
Eines von vielen Beispielen von Sex.
Mancher meint, das ist Dreck.
Wünscht diesen Teil von sich weg.

Sanft betucht.
Sinnlicher Geruch.
Schwarzes Leder.
Um die Fäuste geschnallt.
Scharfe Klingen, sich zwischen den Fingern halten.
Vier Säulen durch Stacheldraht umspannt.
Mit dem Gongschlag begann der Kampf.
Erst ließ man Vorsicht walten.
Dann hat man die Hände geballt.
Blutig schlagen konnte sich hier jeder.
Ein gebrüllter Fluch.
Den falschen Gegner ausgesucht.
Thaelsis Grabraunen
 
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Wenn die Sonne, ihre Schranken sprengt

Beitragvon Thaelsis Grabraunen am So 21. Jun 2009, 12:23

Rauchend fielen die Felsen in die glühende Tiefe.
Den Ketten sich kein Halt mehr bietet.
Der Drache sich befreit.
Ein Toter sich zu den Anderen reiht.
Das Massaker, dem Ort seinen Namen gab.
Das größte Menschengrab.
Jahrhunderte lang hatte der Drache wieder geschlafen.
Ein paar Tage, es kommt zum blutrünstigen Erwachen.
Egal wie kampfbereit die Armee steht.
Wie weit entfernt du von hier lebst.
Dem brennenden Tod wird man nicht entkommen.
Denn das Schlachten hat erneut begonnen.

Klirrendes Glas.
Scherben fallen herab.
Erdrückendes Gebrüll.
Der Wyvern sich vom Glockenturm erhebt.
Bedrohlich die Luft erbebt.
Bar von jeglichem Gefühl.
Eine brennende Gottesstatt.
Dutzende flüchteten hinaus.

Der Diener hatte erbeutet was die Meisterin wollte.
Landete vor der Höhle und grollte.
Seiner Herrin Respekt zollte.
Schattenhaft stieg sie aus dem Gewölbe.
Dem ergebenen Krieger an die Wange fühlte.
Den Stab und das Kreuz, glitzernd ins Nichts führte.
Der Wyvern klanglos folgte.
Über dem kalten Stein verschwand die Trüge.
Das fliegende Wesen, eine einzige Lüge.

Gefühlen begegne ich mit Hass.
Ketten mich immer wieder an die Schmach.
Will sie zum Schweigen bringen.
Voller Wut mit dem Messer ins Fleisch dringen.
Den Toten schänden.
Zusammen mit dem Leib in der Flamme verenden.
Die Ruine wird zum Mahnmal.
Ein letzter Aufschrei von verbrannter Qual.

Du bist nur eine Stimme im Chor der Seelen.
Die, alle um ihre Erlösung flehen.
Je lauter die Klagen werden.
Desto eher wird man sie unter den Teppich kehren.
Sie mit Füßen treten.
Damit es aufhört – das sinnlose Beten.
Willst nichts von einer Hoffnung wissen.
Deren Licht so schwächlich scheint.
Seine Wärme dich nie erreicht.
Zu kühlem Rauch verwahrlost.
Die Augen aus dem Schädel gerissen.
Blut aus ihren Höhlen rinnt.
Den Halt der Beine erweicht.
Die Knochen finden unter der Asche ihren Trost.

Machst die Augen auf.
Blickst in die Tiefe.
Stößt dich erschrocken zurück.
Dein Rücken gegen den Felsen knallt.
Schmerzverzerrt, suchst du Halt.
Wag dich vor, ein kleines Stück.
Da kam sie wieder, diese Stimme.
Niemand hält dich hier vorm Springen auf.

Totgeboren im flachen Grab.
Auferstanden zu düsterer Zeit.
Schritt für Schritt, Tag für Tag.
Getrieben von todbringendem Neid.
Schleichst unerkannt in den Keller.
Bald kommt das erste Opfer zu dir – sein Trällern…
Erstickt im blutigen Röcheln.
Deine Nägel unablässig in seine Wunden sticheln.
Die Nächsten folgten dem Vermissten nach.
Du allein genießt das Blutbad.
Schlägst ein Weinfass auf.
Hast dich vom Haus entfernt, es ging in Flammen auf.
Dein Schatten hechtet von Baum zu Baum.
Wanderer berichteten vom Alptraum.
Niemand glaubte ihnen.
Bis sie selbst tot im Gras liegen.
Doch dann war es schon zu spät.
Der Tod plündernd durchs Land geht.
Der Pestwind ihm treu zur Seite steht.
Der Krieg, vergessenen Hass neu belebt.
Die Krankheit, das Leben schwächt.
Die apokalyptischen Reiter blasen zum letzten Gefecht.
Magie gibt Macht, lässt Arroganz wachsen aber den Hunger nicht schrumpfen.
Ein Tempel, erfüllt mit klagendem Chor, versucht zu warnen – öffnet nicht, sein einziges Tor.
Thaelsis Grabraunen
 
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Der Kerker und sein Meister

Beitragvon Thaelsis Grabraunen am Fr 3. Jul 2009, 02:55

Hört ihr, ihn?
Den Schlag ins Wasser!
Fürchtet ihr, das Lied?
Verzaubert euch, der Perlenglanz?

Eingesperrt in der Finsternis…
Ohne Ausweg, ohne Hoffnung.
Starrt ihr, in ein Gesicht.
Feucht und kalt, ein stinkendes Loch.

Hier unten, gibt es nichts.
Nur Galle und Grauen.
Das eigene Gesicht.
Ausgezehrt, keine Spur von Selbstvertrauen.

Stimmen im Schatten.
Reden auf euch ein.
Das Nagen der Ratten.
Ist nicht zu hören.

Doch, ihr spürt einen Schmerz.
Die schneidenden Zähne.
Nach und nach, dringen sie in euer Fleisch.
Blutig fallen die letzten Haare vom Schädel.

Nur Staub und Schatten.
Im Tod seid ihr alle gleich.
Unbedeutend, welche Schritte euch hierher geführt hatten.
Bettelt um den Gnadenstreich.

Bevor euch der Wahnsinn packt.
Jeder Atemzug durch eure Kehle schneidet.
Das Blut aus allen Ritzen tropft.
Keine Haut mehr eure Knochen kleidet.

Hört ihr, sie?
Die tosenden Wellen.
Ich weiß wie sehr ihr, euch fürchtet.
Dies sind meine Hallen.

Solltet ihr, den Mauern aus Stein entkommen.
Steht ihr, vor den Weiten der Meere.
Ihr werdet die Strafe bekommen.
Die Wahl war die Eure.

Hier, eine Flasche mit kostbarem Nass.
Seht in das Loch.
Bald kommt der Perlenglanz.
Verzögert euren Tod.
Dann hab ich, euch, länger in meiner Gewalt!
Magie gibt Macht, lässt Arroganz wachsen aber den Hunger nicht schrumpfen.
Ein Tempel, erfüllt mit klagendem Chor, versucht zu warnen – öffnet nicht, sein einziges Tor.
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Strebt mit mir ins Grab

Beitragvon Thaelsis Grabraunen am Fr 3. Jul 2009, 23:02

Schönheit ist die vergängliche Illusion.
Hässlichkeit ist wahr.
Man will sie nicht kennen.
Verdrängt sie.
Mut kommt teuer.
Fordert Opfer.

Eine Grausamkeit erwacht im Sohn.
Zärtlichkeit gibt er nur der Tochter.
Die Zeit lässt uns verwelken.
Fantasie.
Unser Schmiedefeuer.
Fordert Opfer.

Es schimmert vor den Augen.
Ein flimmerndes Feuer?
Weder Hitze noch Kälte kann man fühlen.
Dann kommt die Nässe.
Im Bann der Trauer.
Wird man selbst zum Opfer.
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Die Verfolgung des Gedanken

Beitragvon Thaelsis Grabraunen am Sa 4. Jul 2009, 22:06

Könnt ihr, mir folgen?
Durch den blutgetränkten Graben…
Mit rasender Geschwindigkeit.
Während sich der Gestank durch eure Nasen treibt.

Könnt ihr, mich einholen?
Bevor sich die Steine durch eure Sohlen schaben.
Ohne Schmerzen, kommt ihr, mir nicht hinterher!
Sind sie zu stark?

Verliert ihr, mich aus den Augen.
Lange, werden euch die Beine nicht mehr tragen.
Am Horizont verbreitet sich das Feuer.
Ihr begreift wie ich verschlungen wurde.

Bestraft durch Versagen.
Euer Stolz kann es immer noch nicht glauben.
Gebeugt durch die Last der Trauer.
Mein lachendes Gesicht prangt in jeder Wolke.
Magie gibt Macht, lässt Arroganz wachsen aber den Hunger nicht schrumpfen.
Ein Tempel, erfüllt mit klagendem Chor, versucht zu warnen – öffnet nicht, sein einziges Tor.
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Dies ist meine Bestimmung

Beitragvon Thaelsis Grabraunen am So 5. Jul 2009, 15:49

Herrlich;
Ist das Gewitter;
In deinem Gesicht;
Wie jede Konture erzittert…

Hast du gesiegt?
Erlittst du eine Niederlage?
Bist du erzürnt?
Verloren in deiner Trauer?

Wurde dir, das Herz entrissen?
Eine Wunde, die niemals aufhört zu bluten.
Vom Rachedurst besessen.
Soll die Welt dafür büßen.

Das Loch wird immer größer.
Zieht dich mit in seine Tiefe.
Von Schlacht zu Schlacht kämpfst du, wilder.
Nur Blut und Hass füllen deine Leere.

Schwarz ummantelt durch die Wolken.
In Weiß getaucht durch ein Gewitter.
Immer höher wächst der Berg von Toten.
Das ist der Weg der Todesritter.

Das kalte Leuchten deiner Runen.
Das kreischende Schlachtgetümmel.
Eine unbändige Macht, die wir gegen die Feinde führen.
Das ist der Fluch der Wiedergänger.
Thaelsis Grabraunen
 
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Wenn der Körper an seine Grenzen stößt

Beitragvon Thaelsis Grabraunen am Mo 6. Jul 2009, 22:23

Hörst du, das Donnern?
Siehst du wie die Muskeln beben?
Dein Körper, verbrannt und zerbrochen.
Dein Geist ist alldem fern.

Seine Kraft.
Ein ewiger Quell.
Mach von ihm Gebrauch.
Dann hat das Gute in dir, gesiegt.

Gelassenheit.
Die eiserne Hand.
Niemals im Zorn.
Lässt sie sich führen.

Dunkelheit will die Zerstörung bringen.
Das Licht gebietet die Ehre.
So Hass und Schmerz dich durchdringen.
Verweigerst du, die Anerkennung deiner Niederlage.

Hörst du, die stampfende Menge?
Siehst du, das Wasser deiner Quelle?
So der Feind deine Knochen breche.
Wird er niemals siegen solang dein Geist sich sammelt.
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