Inneres Feuer - Mabokis Weg

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Re: Inneres Feuer - Mabokis Weg

Beitragvon Doja am Di 21. Okt 2008, 10:41

ooc: Der Text ist zur Hälfte von Eor verfasst, der ihn mir lieberweise zuschickte. Ich habe Hasrets Reaktion nur angehängt.

Eor stockte am Eingang des pfeifenden Schweins. Die menschlichen Gasthäuser hatte er bisher immer gemieden und das aus gutem Grund. Heute ging es jedoch nicht anders und besser in einem Gebäude als nahe der stinkenden Kanäle, welche die Stadt durchzogen. Er musste sich leicht bücken um eintreten zu können. Schon als er den Windfang umrundete stieg ihm der Geruch entgegen, den er nun ertragen musste, um dem Gestank der Gassen zu entgehen. Die Mischung aus Schweiß, Alkohol und Gebratenen mochte seinen eigenen Reiz auf Zwerge und Menschen ausüben. Auch Hunden müsste dieser Geruch zusagen, doch hatte er sich nie mit diesen Tieren beschäftigt.

Schnell verschaffte er sich einen Überblick. Hasret hatte sich zum Glück nicht unten in den Gastraum niedergelassen. Er sah ihre schlanke Gestalt im ersten Stock, direkt am Geländer. Er hoffte, dass man sich dort oben ungestört unterhalten und über die Möglichkeiten und Grenzen der Glyphenforschung austauschen werden könne...

... Konzentriert arbeiteten die beiden, gebeugt über alte Folianten, die Teilweise aus Shendralar oder anderen Quellen stammten. Die Arbeit erwies sich als so anstrengend, mühselig und zeitraubend wie bisher auch. Die meisten Texte waren nicht mehr als Andeutungen und Beschreibungen früherer Runenmagie aus denen man mühselig magische Wirkungen ableiten konnte. Wie stets war er darauf bedacht Nethermagie von jener zu trennen, die die Kräfte der Welt nutzten. Eine Aufgabe, die nicht einfach zu bewältigen war, zeichneten sich die meisten Schriften doch dadurch aus, dass die Magie mit einer Sorglosigkeit verwendet wurde, dass es ein Graus war. Mit einem Mal musste er an Zhuluea denken. Wie waren seine Gedanken auf sie gekommen? War es, weil sie angedeutet hatte, bei ihm lernen zu wollen?
Erst einen Augenblick später wurde ihm bewusst, dass er ihren Namen gehört hatte... jemand hatte ihn ausgesprochen, oder eher gezischt. Er beugte sich etwas vor und sah unter sich eine kleine Gestalt, Goblin oder Gnomin und einen Menschen wohl, die sich unterhielten. Ihre Blicke, ihr Gehabe und ihre Kleidung machten schnell deutlich, dass sie unter sich zu bleiben gedachten. Nach rechts und links sichernd redeten sie aufeinander ein, doch keiner der beiden richtete den Blick nach oben. Ja, Kapuzen hatten auch ihre Nachteile.
Eor lauschte einige Augenblicke und stellte schnell fest, dass es keine Freunde Zhulueas waren, die da konspirierten. Einen Moment war er versucht hinab zu gehen und einen Eindruck der Gesichter zu erhalten, die zu den Stimmen gehörten. Doch dazu hätte er die Treppe hinab gemusst und der Inhalt des Gesprächs fesselte ihn an seinen Platz. Die Augen glommen heller, je mehr der Unterhaltung ihm zu Ohren kam. Maboki musste gewarnt werden und auch Zhuluea musste er möglichst schnell über den Kodierer erreichen.
Als die beiden Verschwörer sich einig zu werden begannen, lehnte sich Eor zurück und sah hinüber zu Hasret. Die Hand glitt bereits zu seinem Kodierer. Einen Augenblick überlegte er der Gnomin zu folgen, doch das würde den Auftraggeber nicht aufhalten sich jemand anderen zu kaufen. Schlich er jedoch diesem nach, würde das nicht die Gnomin stoppen. Nein, es ging darum zuerst die beiden Draenei zu schützen...

Hasret fing seinen Blick mit großen Augen auf. Auch sie hatte das Zischen des Namens vernommen doch als Mensch waren ihre Ohren leider nicht halb so gut, wie die seinen. Zudem war sie in Gedanken zu sehr mit der Arbeit beschäftigt gewesen. Sie verstand Eors Bedenken, mehr als ein Bericht wies auf unerwünschte Nebenwirkungen der Runen hin, fehlgeleitete Wege entlang der Linien, Rückkopplungen.. es galt vorsichtig zu ertasten, welche Fehler man vermeiden konnte, wo die Grenzen verliefen. Einige Glyphen hatten sie bereits skizziert und von ihnen ging zum Teil jetzt schon eine solche Energie aus, dass Hasrets Sinne sich anfühlten, wie ein Saiteninstrument nach einem Liederabend in der Taverne.

Zuerst hatte sie es dieser Reizüberflutung zugeschrieben, als das Zischen an ihr Ohr drang und ein ungutes Gefühl sich in ihr ausbreitete. Dann jedoch sah sie Eors Blick und lauschte. Schnell war auch ihr klar, dass dort unten keine fröhliche Willkommensparty geplant wurde und die Worte "Zhuluea" und "Magier" ließen sie auf ihrer Unterlippe kauen.

Sie sah Eors Hand zu seinem Kodierer wandern und legte die ihre auf seine. Schweigend schob sie ihm zwei Glyphen hinüber. Die Glyphe des Schattens, die Glyphe der dunklen Gestalt. Den Schatten schob sie näher zu ihm, während sie die Dunkle Gestalt wieder an sich nahm und ihn fragend ansah. Sie deutete mit dem Kopf hinab. Ob er verstand, was sie fragte?
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Re: Inneres Feuer - Mabokis Weg

Beitragvon Zhuluea am Di 21. Okt 2008, 16:59

Am Vortag!


Zhuluea treibt den Greifen an. Der erhöht tatsächlich noch einmal seinen ohnehin schon schnellen Flügelschlag. Sie blickt nicht nach unten und lässt ihren Greifen noch weiter aufsteigen. So hoch, bis die einzelnen Häuser unter den beiden kaum größer als eine Goldmünze werden.
Sie fliegt ohne Ziel – will nur weg, weg von dieser Gnomin Henrietta „Irgendwas“. Weg von dort, ehe sie sich selbst vergessen würde. Weg von Menethil, ehe die Zwerge erneut einen Grund bekommen, Zhuluea der Hafenstadt zu verweisen.


Das, was die Gnomin in Zhuluea auslösen hatte können, war bis dato ihr selbst vollkommen unbekannt. Sie war plötzlich bereit ohne es auch nur ansatzweise abzuwägen, ihr eigenes Leben zurückzustellen – egal was das für Folgen haben könnte. Das impulsive Bauchgefühl hatte in ihr die Oberhand errungen und Zhuluea sehr unvorsichtig werden lassen. Letztendlich hatte sie vor dieser Gnomin eine Entscheidung getroffen, die nicht dem Gleichklang folgte, sondern ihrem Herzen.

Henrietta war mehr als zufällig auf Zhuluea gestoßen und hatte sie auch eher nebenbei gefragt, ob ihr ein mächtiger Draenei-Magier bekannt wäre. Ein Magier ihrer Rasse, der Hordendörfer abgefackelt hatte und auf den ein Kopfgeld ausgesetzt worden war.

Zhuluea selbst dachte zwar pausenlos an ihren Barii, brachte aber beides gedanklich nicht zusammen. Zudem fragte sich Zhu was daran so schlimm war, Hordendörfer anzugreifen. Und, warum wollte eine Gnomin im Auftrag die Horde schützen? Also stellte Zhuluea ihrerseits Fragen und ein paar mal schien es so, als hätte Henrietta ihr Interesse an der DraeneiJägerin verloren.

Henrietta aber wäre nicht Henrietta – würde sie nicht jeder Möglichkeit Licht ins dunkle Wirrwarr zu bringen ungenutzt verstreichen lassen. Und irgendwie wirkte diese Draeneifrau vor ihr schon ein wenig nervöser wie zu Beginn ihrer Unterhaltung.

Henrietta zog einen Trumpf aus ihrem Ärmel. Unverhofft ließ sie den Namen „Maboki“ in Zusammenhang mit den Brandangriffen fallen. Und Zhuluea?
Ihr gelang es nur für kurze Zeit sich nichts anmerken zu lassen. Zunächst machte sie auch keinen Hehl daraus Maboki zu kennen, aber eben nur flüchtig und mächtig sei er schon gar nicht. Innerlich sprangen ihre Gedanken hin und her, was nach außen wieder so aussah, dass der Name Maboki keineswegs der Name eines nur flüchtigen Bekannten sein konnte.

Zhuluea starrte die Gnomin an. Sie schenkte der einäugigen Gnomin keinen Glauben, was den Grund der Suche nach Maboki betraf.
Nein, sie musste viel mehr an die Seelenessenz in der Phiole denken und hegte jetzt selber den Verdacht, dass diese Henrietta „Soundso“ im Auftrag eines Wissenden unterwegs war.

Henrietta wusste davon nichts, merkte aber ihrerseits, dass sie ihrem Ziel näher gekommen war. Zhuluea musste Maboki kennen. Könnte es sein, dass seine Barii vor ihr stand? Eine Jägerin in Begleitung eines dunklen Nachtsäblers!

Der Zufall hatte ihr vielleicht Maboki’s Achillesferse zugespielt und diesen fetten Fisch wollte sie nicht mehr von Haken lassen. Nur wie – diese Jägerin ließ sich nicht so recht zum Reden bringen und blieb unnahbar und doch wurde sie unaufmerksamer und gereizter.

So setzte sie noch eins drauf und behauptete einfach ins Blaue hinein, dass man Maboki’s Gefährtin kennen würde. Sie hatte mit Maboki große Drachkins in der Burg zu Stormwind erschlagen und war oft an seiner Seite gesehen worden. Ja, vielleicht hatten die Zeugen diese Jägerin übersehen, die Maboki den Rücken während der Anschläge auf die Hordendörfer freigehalten hatte. Würde man sie finden, wäre es ein Leichtes auch Maboki zu finden …

Jeder Satz der Gnomin war nun frei erfunden gewesen, aber im Bereich des Möglichen. In Zhuluea hallten die Sätze der Gnomin wie ein ironisches Echo wider. Lügen, alles Lügen! Sie meinte zu spüren, wie die Schlinge sich um ihren Hals legte und enger wurde. Sie glaubte zu sehen, wie ein glühender Hammer die Phiole zerschlug und ihrem Barii der Körper zu Asche verbrannte.

Zhuluea’s Halsadern schwollen an und ihre Augen verengten sich zu schmalen Schlitzen

Henrietta war mit jedem Satz ein, zwei Schritte zurückgewichen und Zhuluea hatte die Distanz Schritt für Schritt wieder verkürzt. Humanoid oder nicht, die Draenei zeigte ihre spitzen Eckzähne, während ihre Augen starr und eisig nur noch diese Gnomin fixierten.

Es kam zu keinem Kampf, denn die Gnomin wusste gut die Anwesenheit der Wachen Menethils zu nutzen. Plötzlich ließ Zhuluea ab von ihr und ihr Blick fiel auf die Schwinge eines Greifen neben ihr.

Sie wusste nicht mehr genau, welche Drohungen sie der Gnomin entgegenfauchte, bevor sie sich auf einen der Greifen schwang und mit unbekanntem Ziel entschwand.


Ihr kehliges Knurren gleicht einem dunkeln Grollen. Ihre Wut ist jung und groß!
Monriba:
"Was der Herr durch Berge getrennt hat soll der Mensch durch Tunnel nicht verbinden." *zwinkert*
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Re: Inneres Feuer - Mabokis Weg

Beitragvon Maboki am Di 21. Okt 2008, 19:29

Maboki saß in Nagrand auf seinem Felsen. Die Sonne schien tief und es kam ein erfrischender Wind auf. Der Draenei nahm in Gedanken verloren Kiesel um Kiesel von der Erde und warf diese ein paar Meter nach vorne. Der sich aufgetürmte Haufen dort zeugte davon, daß er hier schon einige Zeit sitzen musste.

Maboki dachte nach. Er dachte viel nach in letzter Zeit. Über sein Feuer, konnte er wirklich dafür sorgen, daß es ihn weniger leitete? Daß er die Oberhand in diesem Spiel bekam? Konnte er dafür sorgen, daß seine Träume endeten? Daß er sich nicht mehr Nacht für Nacht selbst verbrannte? Weiter dachte er über Zhuluea nach. Wer war sie gewesen? Wo kam sie her? Was war ihre Geschichte? Zumindest seit dem Absturz der Exodar hatte Zhu ein funktionierendes Gedächtnis. Er sollte sich die Zeit nehmen, und sich ihre Geschichte einmal erzählen lassen. Aber das würde keinen Aufschluss darauf geben, wer sie vorher war. Die letzten Tage konnte Maboki die stolze Jägerin genau beobachten. Lautlos, zielstrebig, zielsicher und vor allem kühl war sie, wenn es darum ging, zu jagen. Wenn es darum ging, zu kämpfen. Oder auch zu töten. Maboki war sich sicher, daß konnte sie nicht von den Kal'Dorei gelernt haben, bei denen sie ihre Zeit nach dem Absturz verbacht hatte. Sie war eins mit ihrem Bogen. Und sie war eins mit ihrem Begleiter. Sie war mehr, als sie hätte in der kurzen Zeit lernen können.
Im geistigem Auge betrachtete Maboki die wunderschöne Draenei. Muskulös gebaut bis in die Haarspitzen. Geistig betrachtete er ihr Gesicht, versuchte sich an jede Einzelheit zu erinnern. Ihre dunkle Haut, unter der sich ihre durchtrainierten Muskeln abzeichneten. Die Kampfnarben, die sich über ihren Körper schlängelten. Obwohl - Maboki war sich nicht sicher, ob es wirklich alles Kampfnarben waren. Er hatte die Jägerin mit Kralle spielen und rumtollen sehen. Sie schenkten sich beide nichts. Einmal dachte Maboki sogar, er müsse eingreifen, aber dann fing Zhuluea herzlich an zu lachen, während Kralle sich ihn ihrem Arm verbissen hatte. Kurz darauf knuddelte und kuschelte sie mit der Katze wie mit einem normalen Haustier.
Ihre Tättowierung am linken Oberarm, bestehend aus einer Feder, einem Tatzenabrduck und einem Katzenauge. Die Runen auf ihrer Stirn. Sie waren leicht mit roter Farbe nachgezeichnet. Maboki ging davon aus, daß es ebenfalls eine Tättowierung war. Ihre grüne schimmernden Augen, in denen er sich vergessen konnte. Oft schaute er ihr einfach in die Augen und versuchte zu lesen. Irgendwann wurde er dann immer von Zhuluea angestupst. Sie mochte es vielleicht nicht, daß der große Draenei sie anstarrte, ohne ein Wort zu sagen. Mit gewohnt sanfter Stimme erklärter er ihr dann immer, daß nichts sei und er einfach die Magie ihrer Augen herausfinden wollte. Das handelte ihm meist einen zweiten, ungestümeren Stupser ein mit der Antwort, sie hätte keine Magie in sich und sie würde sich lieber auf einem spitzen Pfeil aus ihrem Köcher verlassen.

Er dachte daran, was er ohne seine Barii machen würde. Seitdem er sei das erste mal gesehen hatte, gab es in ihm etwas, was er zuerst nicht genau beschreiben konnte. Erst mit der Zeit verstand er , was andere meinten, wenn sie von Liebe sprachen. Und er wollte dieses Gefühl nicht missen. Er wollte nicht mehr ohne sie sein. Wüßte er, welchen Stellenwert seine Barii just erhalten hatte, würde er sicherlich nicht mehr so ruhig und nachdenkend auf seinem Felsen in Nagrand sitzen....

Maboki stand auf. Er ging auf den Steinhaufen zu und murmelte einige Worte. Hitze durchdrang die Kiesel, worauf einige anfingen zu glühen. Er schaute in die Glut bleckte seine Eckzähne. Es gab noch etwas zu tun
Ja, ich weiß, woher ich stamme:
Ungesättigt gleich der Flamme
glühe und verzehr ich mich.
Licht wird alles, was ich fasse,
Kohle, alles, was ich lasse
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Re: Inneres Feuer - Mabokis Weg

Beitragvon sina am Di 21. Okt 2008, 22:12

Seit der Begegnung mit Zhuluea und dem Treffen mit Hawk hatte sie ein regelrechtes Hochgefühl gepackt. Kurz nach dem Menschen hatte sie die stinkende Taverne verlassen. Aus reiner Angewohnheit ist sie kurz darauf in den dunklen Gassen der Altstadt untergetaucht und nun läuft sie rastlos in ihrem Versteck, einer Höhle im Steinkrallengebirge, auf und ab und überlegt ihre nächsten Schritte.

Die Katze zu vergiften, das wird nicht einfach. Fast schon ehrfüchtig denkt sie an das schöne Tier. Das schwarze, im Mondschein leicht glänzende Fell, die Augen, die eine wilde Intelligenz zum Ausdruck bringen und die scharfen Krallen. Hinzukommt der Geruchssinn, der es dem Raubtier ermöglicht, seine Beute schon von weitem zu wittern - oder Gefahr. Sie grinst verschlagen. Jetzt wirst du zur Beute und ich bin die Jägerin. Sie wirft einen Blick auf ihre Schlage, geht zu einem Korb, in dem einige Mäuse panisch vor Angst quieken und holt eine Maus heraus, die sie dann der Schlange hinwirft. Blitzschnell schnellt die Schlange nach vorne und schlägt ihre Giftzähne in das Fleisch ihres Opfers. Die Maus läuft noch ein paar Zentimeter weiter und sackt dann zusammen. Ganz ohne Hast nähert sich dann die Schlange ihrem Futter und verspeist es.

Henrietta lächelt. Genauso wird es bald dem Mondpirscher ergehen. Versonnen betrachtet die Kopfgeldjägerin ihr Tier und macht sich dann an die Arbeit, das richtige Gift zusammen zu stellen. Das wird nicht leicht, denkt sie sich noch und reibt sich dann die Hände. Was für eine Herausforderung. Der Tiger muss sterben und es muss aussehen wie eine Krankheit. Wenn der Giftanschlag zu erkennen ist, werden die beiden wohl untertauchen. Sie legt die Stirn in Runzeln. Wenn sie sich krank vor Sorge um ihr Tier kümmern, lässt sicherlich ihre Vorsicht nach und sie werden angreifbar. Dann kann dieser armselige Hawk mit seiner Söldnergruppe das Werk vollenden und seine Auftraggeber haben ihre Ruhe.

Dann können sie wieder ihren Geschäften nachgehen und Waffen aus Eisenschmiede an die Horde verkaufen. Sie lacht leise. Dabei rüstet dieser alberne König Wrynn doch angeblich zu einem Krieg. Erneut lacht sie. Na, dann wird das Geschäft wohl noch lukrativer werden. Weiß der Geier, warum die Horde so viele Waffen kauft und ob es nur bei beim Waffenschmuggel bleibt. Da können sie natürlich keinen Magier brauchen, der mordend und brandschatzend durch die Hordendörfer zieht und die wertvolle Ware vernichtet. Nun, aber damit ist es ja bald vorbei, dafür würde sie schon sorgen. Aber zunächst gilt es erstmal ein Gift zu brauen, mit dem Zhulueas Begleiterin aus dem Weg geschafft werden kann.

Stunden später, als die Kerzen schon fast abgebrannt sind, lehnt sie sich zufrieden zurück und betrachtet die kleine Phiole. Der kleine Tisch ist übersät mit allerhand Kochern, giftigen Kräutern und Phiolen. Außerdem liegt noch ein kleines, an vielen Stellen verfärbtes Büchlein darauf, in das sie fein säuberlich ihre Zutaten und Versuche protokolliert hat. Sie beugt sich nach vorne und hält die kleine Flasche gegen den Schein der Kerze. Dabei entblößt sie ihre schiefen, verfärbten Zähne. Ja, schön würde sie wohl nicht mal ihre Mutter nennen. Die Haare sind ungepflegt und werden von einem alten Band zu einem Zopf zusammengehalten. Ihr Gesicht ist entstellt von einer tiefen Narbe, die ihr quer über die Stirn bis runter zum Wangenknochen reicht. Inmitten der Narbe dann die Augenklappe und auf der andern Seite, ein Auge, das Verschlagenheit und Hass auf die Welt ausdrückt. Auffällig ist auch noch, dass ihr ein halbes Ohr fehlt und der interessierte Betrachter mag wohl noch bemerken, dass sie bereits ein mittleres Gnomenalter erreicht hat.

Sie schwenkt die Phiole leicht und betrachtet wie das Gift langsam wieder die Ränder des Glases zurück fließt. Ja, ein wenig zähflüssig ist es, aber ansonsten verspricht es genau das, was die Attentäterin haben wollte. Es soll die Leber des Tieres angreifen und diese zerstören. Ohne die reinigende Funktion der Leber wird sich der Körper des Tieres selber vergiften. Das kann gut 5 Tage dauern, oder noch etwas länger. Aber das stört sie nicht, werden doch die ersten Anzeichen einer Krankheit bereits nach einigen Stunden zum Vorschein kommen. Danach ist nicht mehr damit zu rechnen, dass der Draenei seine Gefährtin verlässt und noch Hordendörfer angreift, während sie um das Leben ihres Tieres kämpft.

„Eigentlich sollte ich für diese Meisterleistung 3000 Goldstücke verlangen“. Sie dreht sich zu ihrer Schlange um, die das aber scheinbar nicht interessiert und stattdessen vor dem Mäusekäfig auf der Lauer liegt. Sie lacht. „Ja, mir geht es auch nicht um die Belohnung, genau wie dir, macht mir die Jagt spass.“ Henrietta sagt das leise und schaut sich dann in ihrer Höhle um, die mit einst selbst gebauten Gerätschaften voll gestellt ist. Damals, bevor der Technikrat von Gnomeregan sie in die Verbannung geschickt hatte. Und das nur, weil ihre Erfindungen angeblich nur die eine Funktion hätten: Zu töten. Schon immer war die durch ihre obskuren Tüfteleien aufgefallen sogar schon in der Schule. Bitter lacht sie bei diesen Gedanken. „Wenn sie doch nur mal funktioniert hätten, meine Maschinen, dann wäre ich sicherlich ein berühmter Kriegsheld geworden und keine Geächtete“.
Mit einem versteinerten Gesichtsausdruck packt sie die Phiole weg und legt sich auf ihr Nachtlager. Jetzt muss sie nur noch warten, bis sich einer ihrer vielen Goblinspione meldet und den Aufenthaltsort von Zhuluea und Kralle meldet.
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Re: Inneres Feuer - Mabokis Weg

Beitragvon Maboki am Mo 27. Okt 2008, 19:25

Maboki traf die Jägerin wie gewohnt unter einer alten Eiche in der Nähe der Exodar. Herzlich begrüßend nahmen sie sich in den Arm. Maboki küßte seine Barii sanft auf die Stirn - direkt auf ihre mystische Rune. Im Mondschein schien es fast so, als würde die Rune leuchten. Beide schienen aufgeregt, als hätten sie etwas auf dem Herzen. Man konnte es fast fühlen. Nachdem Zhuluea den Magier anlächelte und tief in die Augen schaute, fing Maboki an, über die ersten Ghule in Sturmwind zu sprechen. Über die Krisensitzung, der so viele beiwohnten. Er erzählte, daß die Menschen einmal mehr das taten, was sie am besten konnten : Reden. Lediglich Monriba schien zu verstehen, daß sich in großen Schritten und mächtigem Getöse ein neuer Krieg anbahnte. Und wie es aussah, hatte die Horde damit zu tun. Während Maboki erzählte, dachte er über Thrall nach, dem großen Kriegsherrn und Anführer der Horde. In den Höhlen der Zeit hatte er ihn kennengelernt. Maboki hatte in den Augen des Orks etwas gesehen, was er zuvor noch nie in den Augen eines Orks sah. Ehre. Vielleicht steckte er nicht direkt hinter den Ghulen, aber er packtierte mit den Untoten. Und Untote griffen immer wieder Ländereien an. Mit ihren schwebenden Raumschiffen oder Städten oder was auch immer.
Maboki erzählte der schlanken, muskulösen Draenei davon, daß Monriba und er bereits die Hand von Argus, die Aldor und natürlich Velen unterrichteten. Und er erzählte, daß die ersten - scheinbar noch zaghaften Angriffe der Nekropolen erfolgreich abgewehrt werden konnten. Er hatte gewünscht, er müsse nicht mit Zhuluea bereits am nächsten Tage zusammen gegen die Untoten kämpfen. Er hatte gewünscht, sie würde nicht direkt in diese Vorzeichen des Krieges hineingeraten. In diesem Augenblick war er noch zuversichtlich. Das er am nächsten Tag herausfinden würde, wie effektiv Zhuluea im Getümmel einer größeren Schlacht kämpfen würde, das hatte er zu diesem Zeitpunkt nicht gewußt.

Maboki schloß seinen Vortrag damit, daß er erzählte, daß auch Brin vom Pakt des Schattenhandels und Rondralotta, Gnomandantin des Sonderkleinsatzkommandos zu seinen engsten Vertrauten gehörte. Den Menschen traute er nicht wirklich. Er hatte ja gesehen, wie sehr sie mit ihren eigenen Intrigen und Lügen beschäftigt waren. Und es stand immernoch ein letztes Gefecht mit einer alten Drachendame aus. Er hoffte, daß Onyxia nicht die Chance nutzen würde, um erneut unterzutauchen. Moment - vielleicht steckte sie auch dahinter? Sicher war sich Maboki nicht. Aber er konnte es auch nicht ausschliessen. Ein Grund mehr, alsbald gegen sie loszuziehen

Der Wind hauchte eine kühle Brise aus Westen, als Maboki die Draenei ansah. Er hatte so lange erzählt, und sie hatte zugehört und versuchte, daß Gehörte schnellstmöglich einzuordnen. Sie kräuselte die Stirn ein wenig, den Mund leicht geöffnet, so daß man ihre scharfen Eckzähne sehen konnte. Sie atmete tief durch, ehe sie zu erzählen begann.
"Es ist noch etwas geschehen, Maboki... eine stinkende Gnomin sucht nach dir!" dieser Satz war mehr ein Grollen. MAboki schaut leicht entsetzt "was? aber wieso sollte ich gesucht werden?" " Sie ist eine Kopfgeldjägerin." Zhuluea schaute ernst " Sie sucht einen Magier der Hordendörfer niederbrennt. Und sie nannte deinen Namen. Maboki". Maboki stockte der Atem, während die Jägerin weiter sprach. " Ich vermute, sie weiß von deiner Seelenessenz und hat die Geschichte schlicht erfunden." Maboki schüttelte langsam den Kopf, doch die Jägerin sah in diesem Augenblick in den sternenklaren Himmel, während sie weiter sprach. "Sie kennt auch meinen Namen. Sicherlich überlegt sie, wie sie auch mit meinem Kopf Gold verdienen kann. Aber ich verstehe das nicht ..." Zhuluea knurrte " was sind schon brennende Hordendörfer. Nur etwas mehr freie Sicht....." "Zhuluea!" unterbrach der große Draenei gewohnt sanft. " Es sind keine Lügen"...

Maboki hatte sich lange vor diesem Augenblick gescheut. Zhuluea war in den Wäldern, während er anfing eben jene Dörfer anzugreifen. Sie hatte es nicht mitbekommen und wie es schien, hatte sich bisher niemand von den freien Seelen getraut, ihr das zu sagen. Maboki hatte Angst. Angst davor, daß sie seine geliebte Barii abwenden könnte von ihm. Als sie sich kennenlernten versuchte sie ihm einzureden, daß sein Feuer nichts schlimmes war. Und sie hatte ihm mehrmals gesagt, daß sie keine Angst vor dem Feuer hatte. Maboki versuchte, es immer nur anzudeuten, zu was er fähig war, aber nun würde sie es wissen. Er wußte nicht, welche Werte die Kal'Dorei ihr beibrachten in der Zeit nach dem Absturz der Exodar. Er wußte nicht, wie sie darüber dachte. Um so mehr verwirrte es den Magier, als Zhuluea anfing, fast fröhlich zu lachen. "Dann weiß sie gar nichts von der Phiole!" Sie schien sichtlich erleichtert. Maboki jedoch schaute sich immer wieder um. Er wußte nicht, inwieweit die Bäume Ohren hatten und ob ihnen jemand zuhörte. Er sah Kralle nicht und hoffte, die intelligente Katze würde im Unterholz lauern und etwaige unliebsame Besucher frühzeitig erkennen. Maboki schaute Zhuluea ernst an. "Aber die Gnomin kennt deinen Namen! Das ist viel schlimmer, Barii!"
Die Dranei schlug hart mit der Faust auf den Boden. Einige recht schwere Hölzer brachen und die Splitter flogen ein paar Meter weit. Sie zeigte ihre scharfen Eckzähne. " Ich habe einen Fehler begangen, Barii" sagte sie leise. " Die Gnomin wußte nur von einer Begleitung. Aus Sturmwind. Es war wohl Tagesgespräch, daß wir Onyxia entlarvten. Die Kopfgeldjägerin wußte von einem Magier und seiner Begleitung. Einer Kriegerin mit einer Großkatze. Und als ich vor dieser dreckigen Gnomin stand, war Kralle an meiner Seite." Maboki versuchte, das alles zu ordnen, musste aber noch einmal nachfragen. "Sie suchen mich, weil ich Hordendörfer verbrannt habe? Und sie suchen dich, weil du an meiner Seite in Sturmwind gesehen wurdest?" Maboki streichte sich mit der Hand über seine Koteletten. " Ja, sie bekommt 1000 Goldstücke für deinen Kopf, Barii" Zhuluea schien bedrückt. 1000 Goldstücke war mehr, als die meisten in ihrem Leben verdienten. "Ich vermute, sie will mich für die Angriffe mitverantwortlich machen...." sie knurrte. " Eine Gnomin, die die Horde schützt! Gegen Gold! Hätte ich nur die Gelegenheit gehabt..." Die Jägerin verstummte kurz und schaute dem Draenei voller Liebe in die Augen. "ach! soll sie ruhig!" "Nein!" schoss es aus Maboki heraus. "Zhuluea! Ich habe Dörfer in Asche gelegt! Karawanen überfallen!" Aber Zhuluea hörte nicht zu. "Ich versprach ihr, wenn sie weiter solche Lügen erzählt, dann kann sie durch Löcher in ihrer Brust atmen" sagte sie, auf ihren Bogen deutend. "Es sind keine Lügen" schrie Maboki fast. Seine Augen flackerten kurz auf. Irritiert durch das energische Flackern schloss Zhuluea ihren Mund und lauschte Maboki. "Zhuluea... hörtest du von dem Geist des Wegekreuzes? Dem Eredar-Geist? Es war kein Geist! Ich bin derjenige! Kein Geist! Kein Eredar! Keine Märchen!" Zhuluea betrachtete Maboki und knurrte sacht. Ihr Blick wirkte, als sehe sie etwas, was sie kennen würde, aber der Magier beachtete es kaum......
Zuletzt geändert von Maboki am Mo 27. Okt 2008, 22:26, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Inneres Feuer - Mabokis Weg

Beitragvon Maboki am Mo 27. Okt 2008, 19:31

"Es waren Dörfer der Horde, Maboki. Feinde!" "Und dafür werde ich nun gesucht" viel ihr der Draenei ins Wort. Maboki schaute sie etwas traurig und vor allem besorgt an. "Und das Schlimme daran... du nun auch". "Wir sind eins, Maboki. Und jetzt noch mehr". Konnte Zhuluea das Ausmaß überhaupt realisieren? War sie sich bewußt, in welcher Gefahr sie war? 1000 Goldstücke. Sollte dies bekannt werde, würde bald jeder habe Gauner nach ihnen suchen. In Gedanken verloren, hörte er Zhuluea erzählen:
"Weißt du, als Kralle noch jung war, war ihre Neugier bereits groß. Es gab keine Höhle und keinen Bau, den sie nicht inspizieren wollte. Manchmal ging sie sogar mit dem Kopf unter Wasser, weil sie etwas Interessantes auf dem Grund eines Baches oder in einer tiefen Pfütze gesehen hatte." Maboki sah sich um und stellte fest, daß Kralle immernoch nicht zu sehen war. "Eines Tages ging sie in einen Dachsbau. Der Dachs fürchtete wohl um seine Jungen und verteidigte den Bau mit seinem Leben. Sie griff Kralle an und verbiss sich in sie. Kralle schrie auf bei den tiefen Wunden, die der Dachs ihr beibrachte." Zhuluea hielt kurz inne. "...ich wußte nicht, was ich tun sollte, wollte ich doch die beiden auseinander bringen. Also griff ich in den Bau und spürte Kralle. Ich fasste beherzt zu und Kralle biss mich." Sie zeigte auf ein paar Narben an ihrer Hand. Ein Biss, ganz eindeutig. Ich konnte die beiden trennen und nachdem ich festgestellt habe, daß Kralle nicht bedrohlich verletzt war, lies ich die Katze los. Sie verkroch sich. Ich bekam sie nicht zu Gesicht. Nach ein paar Stunden kam sie wieder, hielt aber Abstand. Sie wollte nicht in meiner Nähe sein und doch nah bei mir. "
Zuletzt geändert von Maboki am So 2. Nov 2008, 15:54, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Inneres Feuer - Mabokis Weg

Beitragvon sina am Mi 29. Okt 2008, 16:30

„Verdammt nochmal!!! Ich will keine Ausflüchte mehr hören, Du grünes Gewürm!“ Henrietta packte den Goblin am Kragen und faucht ihm ins Gesicht:“500 Goldstücke... 500 Goldstücke! Für den Aufenthaltsort dieser Jägerin und ihrem Biest!“ Sie schubst den Goblin zurück, der mit dem Rücken gegen einen Tisch knallt und eingeschüchtert die Zähne fletscht. „Das wird doch wohl nicht so schwer sein!“. Die Gnomin dreht sich um geht ans Fenster der Baracke. „Haltet gefälligst die Augen offen.“ Henrietta wirf einen bedeutungsvollen Blick auf die Leiche des Goblins, der zuvor ihr Kontaktmann gewesen ist. „Sonst geht es dir wie dieser Kröte hier“. Der angesprochene Goblin, der vor ein paar Minuten der geschäftsführende Einkäufer für Waffen beim Dampfdruckkartell geworden ist, knurrt und murmelt „Unsere Spitzel halten überall die Augen offen, Kopfgeldjägerin“. Zu gerne würde er die Wachen rufen und sie am höchsten Mast von Booty Bay aufhängen lassen. Aber der Goblin kennt die Kontakte, die die Kopfgeldjägerin hat und weiß zu genau, in wessen Auftrag sie hier ist.

Dieser aufgeblasene Hawk ist das schon lange nicht mehr. Längst wird sie direkt von den mächtigen Waffenschmugglern direkt bezahlt und engagiert. Ihr Spesenkonto hat sich dementsprechend gewaltig erhöht. Vor allem auch, weil durch die Überfälle der Geisel die Waffenpreise stark gestiegen sind und die Minen des Brachlands schon lange nicht genügend Erz liefern, um die Horde mit genügend Material für Waffen zu versorgen.

Der Goblin kennt die Waffenschmuggler – natürlich nicht persönlich – aber er weiß doch, dass es sich dabei um einflussreiche Adlige am Hofe des Königs handelt. Die es nicht noch einmal erleben wollen, dass ein ganzer Wagen mit Schwertern von Maboki eingeschmolzen wird.
Dabei lief es ja so gut für sie: Das S1:7 ist so sehr damit beschäftigt, die Hofdamen für die Königin zu Bespitzeln, dass sie bislang keine Ahnung von den Waffenschiebereien haben. Und die Vorbereitungen für die Erkundung des neu entdeckten Kontinents brachten Thrall dazu, über zweifelhafte Kanäle Waffen im großen Stil zu ordern. Auch für das Dampfdruckkartell war dies ein wahrer Segen, da nur sie über ausreichende Schmuggelkapazitäten verfügen. Alle hatten sie also viel Gold oder gar den Kopf zu verlieren, wenn dieser Draenei nicht bald unschädlich gemacht wird.

Und so knurrt der Goblin nur und gibt eine Depesche mit den Beschreibungen von Maboki, Zhuluea und Kralle an alle Handelsstützpunkte des Kartells raus.
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Re: Inneres Feuer - Mabokis Weg

Beitragvon sina am So 2. Nov 2008, 00:21

„Winterspring! Ausgerechnet Winterspring! Warum kann diese Draenei nicht in Elwynn jagen gehen?!“ Schlecht gelaunt tritt die dick vermummte Söldnerin dem Greifen in die Seiten, als dieser zum Landeanflug auf die Ewige Warte ansetzt. Der stolze Greif schreit kurz auf und revanchiert sich direkt danach mit einer harten Landung gefolgt von einem abrupten Abbremsen. Henrietta, die bereits die Gurte gelöst hat um gleich vom Greifen springen zu können, landet im hohen Bogen in einem Schneehaufen. Ganz rot vor Zorn klopft sie sich den Schnee aus der Kleidung, als sie noch eine Ladung Schnee ins Gesicht bekommt: Ein Abschiedsgeschenk von dem Greifen, der gleich nach der Landung wieder in Richtung Eisenschmiede gestartet ist.

Außer sich vor Wut will die Gnomin dem Greifen schon einen Wurfdolch hinterher werfen, als sie bemerkt, dass sie von einigen Menschen belustigt angeschaut wird. So flucht sie nur leise auf gnomisch und geht schnell weiter um nicht noch länger im Mittelpunkt des Interesses zu stehen. Zunächst sucht sie ihren Kontaktgoblin auf, dem Schlusswaffenschmied. Vor gut einer Stunde hat er eine stolze Draenei mit ihrer schwarzen Großkatze in westlicher Richtung das Tor verlassen sehen. So weit so gut. Henrietta schaut sich mit verkniffenen Gesichtsausdruck um und baut dann ihren schwarzen Schreiter auf. Dank der klammen Finger und einiger festgefrohrener Schrauben nimmt das eine gute halbe Stunde in Anspruch, was die eh schon genervte Gnomin an den Rand der Weißglut bringt.

Rücksichtslos prescht sie danach mit dem fertig aufgebauten Schreiter an den Torwachen vorbei in Richtung Westen. Im wilden Ritt geht es über Hügel und Täler. An jeder Erhöhung hält sie an und späht mit einem Fernrohr nach einem Zeichen von Zhuluea und Kralle. „Nichts! Dieser grüne Wurm... na warte, wenn ich sie nicht finde, teste ich das Gift an Dir“. Sie klatscht in die Hände und trampelt mit den Füßen auf. Diesen Veithstanz führt sie noch ein paar Sekunden weiter, bis sie sich wieder genügend aufgewärmt hat um erneut die Suche aufzunehmen. „Verdammte Kälte! Na warte, Jägerin, beim nächsten Mal, wenn ich hier her muss, schützt mich das Fell Deiner Katze vor der Kälte“. Grimmig prüft die Kopfgeldjägerin ihre Ausrüstung und vor allem das Gift. Da alles in Ordnung damit ist, erklimmt sie den nächsten Hügel und zieht das Fernrohr. Zunächst dreht sie sich mürrisch brummend im Kreis, dann bleibt sie plötzlich wie angewurzelt stehen und dreht an dem Fernrohr, um einen entfernten Punkt scharf zu stellen. Kein Zweifel: Ein schwarzer Mondpirscher schleicht sich an einen ahnungslosen Worg an. Fasziniert und zugleich besorgt beobachtet Henrietta Kralle dabei, wie diese spielend einfach den großen Worg zu Boden reißt um ihm dann mit einem Biss in die Kehle zu töten.

Als Kralle zu fressen beginnt, sucht die Gnomin mit dem Fernrohr nach der Jägerin. Scheinbar ist sie nicht dabei! Hat sich also doch nicht die ganze Welt gegen die Kopfgeldjägerin verschworen? Henrietta taucht in den Schatten ein und läuft geräuschlos den Hügel hinunter. Den verräterisch lauten Schreiter läßt sie auf dem Hügel stehen, auf dem auch ihre Spuren enden. Denn im Reich zwischen Licht und Dunkelheit hinterlässt man keine Spuren. Lautlos bewegt sich Henrietta auf Kralle zu und achtet dabei genau darauf, sich der Mondpirscherin gegen den Wind zu nähern. Gut zwanzig Schritt von ihrem Ziel entfernt bleibt sie hinter einem Baum stehen und zieht ein Blasrohr. Dann holt sie einen vergifteten Pfeil aus der Tasche, entfernt die Schutzkappe und legt ihn in das Rohr.

Kralle reißt sich gerade ein großes Stück Fleisch aus dem Worg, als sie aus den Augenwinkeln eine Bewegung bemerkt: Blitzschnell taucht Henrietta hinter dem Baum auf, legt auf die Mondpirscherin an und schießt. Nach der Attacke verschwindet sie sofort wieder im Schatten...
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Re: Inneres Feuer - Mabokis Weg

Beitragvon Zhuluea am So 2. Nov 2008, 11:55

Der vergiftete Pfeil trifft Kralle in ihre rechte Flanke. Die Großkatze faucht auf und fährt herum. Der Pfeil steckt immernoch in ihrer Flanke. Sie starrt den Pfeil an. Sie fährt mit ihrer Zunge über die Wunde.

Da, ein Geräusch, ihre Ohten zucken. Sie hält inne, hebt ihre Nase in die Luft, während sie ihre Zunge gegen den Gaumen drückt. Nichts! Sie kann nichts ausmachen. Wieder wendet sie sich der kleinen Wunde zu.

Der Pfeil steckt noch immer. Kralle wirft sich auf den Boden und wälzt sich, doch die Pfeilspitze sitzt fest. Sie springt wild fauchend auf und rennt los.

Die ersten mächtigen Sprünge gehen in Richtung der sich versteckenden Gnomin. Wieder wirft sich die Großkatze hin und wieder versucht sie durch lecken den Fremdkörper loszuwerden. Der Pfeil steckt so unglücklich in ihrer rechten Flanke, dass sie ihn nicht richtig zu fassen bekommt und eher noch die Spitze tiefer in die kleine Wunde treibt.

Sie brüllt auf - keine 5 Schritt von Henrietta entfernt. Sie dreht sich im Kreis, versucht den Pfeil irgendwie loszuwerden. Plötzlich spurtet sie los ...

... aber nicht in Richtung der Gnomin, sondern in die entgegengesetzte ...

Der vergiftete Pfeil löst sich nicht ...

Dann ist Kralle aus dem Blickfeld der Gnomin verschwunden ...

Worgs heulen in der Nähe auf ...
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Re: Inneres Feuer - Mabokis Weg

Beitragvon sina am So 2. Nov 2008, 14:23

Zwei Meter von der Stelle entfernt, an der sich Kralle auf den Boden warf und sich hin und her wälzte, taucht die Attentäterin aus dem Schatten. Langsam geht sie zur Spitze des Hügels und starrt mit ausdruckslosen Blick der fliehenden Großkatze hinterher. Die Intensität von Kralles Kampf, das wilde Fauchen und der kräftige Körper hatte die überrascht. Vielleicht hatte sie die Stärke von Kralle unterschätzt? Nachdenklich steckt Henrietta das Blasrohr weg und nimmt einen Kommunikator zur Hand. „Ja... Es hat funktioniert... Die Wagen können sich in Bewegung setzen.... Ja, Ihr solltet jetzt Ruhe vor dem Magier haben... in fünf bis sieben Tagen, richtig... sagt euren Meuchelmördern, sie sollen sich bereit halten“.

Dann macht sie sich auf den Weg zurück um den Goblin auszuzahlen.
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Re: Inneres Feuer - Mabokis Weg

Beitragvon Maboki am So 2. Nov 2008, 15:53

Maboki hatte gerade ein paar gefundene Briefe der Geißel zur Argentum-Dämmerung gebracht. Er sprach noch kurz mit den dortigen Generälen und Exarchen über den Fortschritt der Angriffe durch die Nekropolen. Über die neue Seuche und über die Seuche damals. Maboki hatte mal etwas darüber gelesen in der Bobliothek, aber nun bekam alles mehr Farbe. Zum Leidwesen vieler Unschuldiger Menschen, Zwerge, Nachtelfen und Gnome. Auch die Draenei blieben nicht völlig unberührt. Und die Stadt des Lichts kämpfte auch ununterbrochen gegen die zahlreichcen Ghule.

Es gab keine neuen Erkenntnisse. Oder sie wollten Maboki nichts davon erzählen. Obwohl er im Namen der Hand agierte, obwohl er Velen immer wieder neue Erkenntnisse überbrachte. Er verwarf den Gedanken wieder. Der Magier hatte bereits einiges für die Dämmerung getan. Und sie war sichtlich erfreut, als sie der Draenei bei der Kapelle des hoffnungsvollen Lichts meldetete, um gegen die Angriffe der Nekropolen vorzugehen. Sicher würden sie ihm alles an Informationen zukommen lassen. Die Dämmerung wußte von den Auswirkungen einer Seuche wie dieser. Und Maboki hatte sich als fähiger Kampfgefährte bewiesen. Mehrmals.

Als der Draenei über die Baumwipfel der Pestländer hinweg flog Richtung Eisenschmiede, dachte er an die Worte von Zhuluea. Über die Geschichte. Was wollte ihr Zhuluea damit sagen? Kralle wollte sich und ihren Hals schützen, als sie gegen den Dachs kämpfte. Und Kralle verbiss sich in die, die ihr helfen wollte. "Vielleicht bin ich dein Feuer. Und Kralle bist du selbst" hatte Zhuluea gesagt. Der Magier wollte Zhuluea in nichts hineinziehen. Er wollte seine Barii nicht in Gefahr bringen. Doch hatte er mehr und mehr das Gefühl, er brauche sie. Er suchte ihre Anwesenheit und es schien im alles leichter, wenn sie dabei war. Und genau dadurch brachte er sie in Gefahr. "Du willst das Feuer nicht beissen, aber du weichst davor zurück. Und doch suchst du die Nähe..." hatte die Jägerin noch angehängt.
Die Gedanken in Mabokis Kopf fuhren Karussell. "Wir sind eins, Maboki, mehr als je zuvor".... Und doch wollte er Zhuluea nicht in Gefahr bringen. Die Phiole, die Kopfgeldjägerin. Onyxia. Drei Gefahren. Oder etwa nicht? Gab es einen Zusammenhang? Übersah Maboki etwas? Gab es lose Enden, die er noch nicht zusammengefügt hatte? Und warum sollte er sich nicht um Zhuluea sorgen? Er liebte sie. " Dein Feuer, Kralle, wir beide" sagte die innere Stimme immer wieder. Immer schneller.
Maboki strich mit der Hand über seine Stirnplatte, als wolle er die Gedanken wegwischen. So kam er nicht weiter. "Ganz langsam, Maboki. Was gilt es zuerst zu tun?"

Die beiden Draenei hatten sich das auch gefragt. Was ist zuerst zu tun? Sicherlich stellte im Moment diese Gnomin die größte Gefahr dar. Sie hatte Namen, und passende Gesichter. Und das Argument von 1000 Goldstücken. Zhuluea hatte Kralle bei sich. Sie würde die Draenei schützen, bewachen. In den Hauptstädten würde sie ihr Gesicht ein wenig vermummen. Und ohne Kralle ziehen. Vermummen war sicherlich nicht gut. Aber ohne Kralle in die Städte zu gehen hatte sicherlich Vor- und Nachteile.
Und Maboki? Er hatte beschlossen, zu einem Barbier zu gehen. Einem sehr guten Barbier in Sturmwind. Er fasst sich an sein Kinn. Seine Koteletten waren gestutzt. Ausserdem hatte er seine Zöpfe geöffnet. Sehr ungewöhnlich. Denn sie waren sein Stolz - obgleich der Draenei alles andere als eitel war. Aber die Zöpfe hatte er seit der Verteidigung Velens. Sie bedeuteten viel für ihn. Und seine Haare - er hatte sie nun offen nach hinten gelegt. Und gefärbt. In einem grauen Ton.
Der Draenei hatte sich beim Barbier lange im Spiegel betrachtet. Er selbst hatte sich zuerst gar nicht erkannt. Aber ob es reichen würde, eine Kopfgeldjägerin zu täuschen? Maboki dachte sich, daß er es bald herausfinden würde.

Er dachte wieder über Zhulueas Worte nach. In welchem Zusammenhang stand Kralle, die Jägerin und sein Feuer? Und warum hörten die Träume nicht auf? Warum verbrannte es ihn immernoch des nachts? Und warum leitete ihn das Feuer immernoch, die Horde anzugreifen? Obwohl er es gar nicht wirklich wollte? Gerade jetzt, wo es eine neue Gefahr gab und er seine Kräfte doch anders nutzen musste!

Der große Draenei hörte auf, über all dies nachzudenken, als der Greif den Flugpunkt in Eisenschmiede ansteuerte und Maboki in dem Treiben der Zwerge untertauchte.
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Re: Inneres Feuer - Mabokis Weg

Beitragvon Zhuluea am Mo 3. Nov 2008, 21:35

Die Großkatze rannte einige Kilometer in denen sie sich immer wieder hinwarf und wieder und wieder versuchte den Pfeil mit ihren Zähnen zu fassen zu kriegen. Es half nichts, der Pfeil steckte fest und Kralle wurde langsam müde. Träge schlich sie durch den Schnee und blieb immer öfter hechelnd stehen. Sie erblickte den Eingang einer Höhle und trottete behäbig darauf zu. Im Schutze des Höhleneinganges ließ sie sich nieder und begann die bereits beißende Wunde blutig zulecken. Irgendwann ließ sie sich zur Seite fallen und schloss erschöpft die Augen. Ihr Hecheln blieb und so langsam begann der Speichel in ihrem Maul zu schäumen.

Es hatte wieder zu schneien begonnen und Ranshalla beschloss spontan, ihren Posten am Pfad gen Süden zu verlassen und irgendwo Unterschlupf zu finden. Die Kal’dorei war nicht sonderlich empfindlich, aber sie war müde und hatte keine große Lust unter einem Baum zu entspannen und wie so oft dann eingeschneit wieder aufzuwachen.

Das Land Winterquell war seid langem ihre Heimat und so wusste sie genau, welche Höhle unbewohnt war und sie somit mit keinem unliebsamen Besuch rechnen musste. Als sie sich der Höhle, die sie sich ausgesucht hatte, näherte fielen ihr die Spuren einer Großkate im Schnee auf. Es schneite zwar schon stark, aber die tiefen Abdrücke im weichen Schnee waren noch deutlich zu sehen.

Ranshalla legte ihren Kopf schief und betrachtete die ungleichmäßigen Abstände der Tatzenabdrücke. Das Tier war entweder alt oder verletzt. Vorsichtig ging sie weiter und behielt die Spur Kralle’s genau im Auge. Als der Höhleneingang in ihr Blickfeld kam, sah Ranshalla auf. Der Kopf der Großkatze lag außerhalb der Höhle und der fallende Schnee blieb bereits darauf liegen. Ranshalla verharrte einen Augenblick, während ihr Blick auf dem Kopf der Katze ruhte. Sie erkannte, dass die Katze noch atmete, denn immer wieder bildeten sich kleiner Dampf vor der Nase der Großkatze.

Langsam ging die Kal’dorei auf die schlafende Katze zu. Die Katze öffnete ihre Augen, machte aber keine Anstalten sich zu erheben noch fauchte sie warnend auf. Entweder, so dachte sich Ranshalla, lag die Katze im Sterben oder aber sie war die Gefährtin eines Jägers oder Jägerin. Die Elfe kam noch etwas näher und dann sah sie den rot verfärbten Schnee.

Ihr Blick wanderte von der blutigen Stelle im Schnee zur Katze zurück. In dem Moment bäumte sich der Körper der Katze auf und ihr Kopf schnellte nach hinten zu ihrer Flanke um gleich danach wieder kraftlos in sich zusammenzusacken.

Ranshalla hatte vorsichtshalber einen Satz nach hinten gemacht und kam nun zögernd wieder näher. Ich Blick fiel auf die blutverschmierte Flanke der Katze und dort entdeckte sie den Pfeil, der in ihr steckte.

Die Nachtelfe wusste wann solche Pfeile verwendet werden und zornig verzog sie ihre Augen zu schmalen Schlitzen. Langsam, Schritt für Schritt näherte sie sich der Katze und kauerte sich neben sie hin. Kralle ließ die Elfe neben sich gewähren und Ranshalla war sich nun sicher, dass die Katze sich einem Jäger oder einer Jägerin angeschlossen hatte.

Kurz entschlossen zog sie den Pfeil aus der Wunde und betrachtete ihn. Mag es an der kalten Gegend gelegen haben oder an der Konsistenz des Giftes an sich. Geleeartig hing etwas, das kein Blut oder Fleisch war, an der Spitze des Pfeils. Schnell und gekonnt versorgte sie rasch die Wunde so gut es mit den Sachen, die sie in ihrem Rucksack bei sich hatte, ging. Mit Vergiftungen hatte sie nicht oft zu tun, aber die Trolle in der Ewigen Warte waren wahre Meister darin.

Sie wusste nicht, wie viel Zeit der Katze noch blieb und rief sie nach ihrem Reitsäbler und brach gen Ewige Warte auf.

Einige Zeit später kniete Ranshalla wieder neben Kralle. Sie musste noch immer an die vor Begeisterung glänzenden Trollaugen denken als das Gift an der Pfeilspitze entschlüsselt worden war. Aber immerhin war man auch bereit gewesen, ein Gegengift zusammenzubrauen und Ranshalla war beinahe dankbar dieser seltsamen Allianz vor langer Zeit zugestimmt zu haben.

Nun bestrich sie die Wunde und die Lefzen der Katze mit einer ebenso zähflüssigen Salbe. Kralle war zu müde um sich gegen dieses bittere und übel riechende Zeug in ihrem Maul zu wehren. Sie schleckte mit ihrer Zunge über ihre Lefzen und Nase. Ranshalla massierte den Hals der Katze und animierte sie damit ihren mit dem Gegengift durchtränkten Speichel zu schlucken.

Später schlief die Katze wieder ein, doch ihr Atem ging nun regelmäßig und entspannt. Ranshalla selbst war nun wirklich richtig müde und schlummerte ebenso ein. Instinkttief hatte sie sich – der Wärme wegen - an Kralle gekuschelt.

Als die Kal’dorei am nächsten Tag erwachte, war sie wieder alleine. Nur die Tatzenspur im Schnee zeugte noch davon, dass sie die Nacht an der Seite einer Großkatze verbracht hatte.
Sie folgte der Spur eine Weile. Die Spur im Schnee unterschied sich gewaltig von der Spur am Tag zuvor. Der Abstand der einzelnen Abdrücke war groß und gleichmäßig. Die Spur einer gesunden Großkatze, die kraftvoll und ausschreitend ihre Kreise zieht.

……..

Und nicht nur die Spur der Katze zog ihre Kreise …

Es war nur eine Frage der Zeit, bis Zhuluea herausfinden würde, wer die Wunde an Kralle so gut versorgt hatte …

… und wodurch die Wunde entstanden war …
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Re: Inneres Feuer - Mabokis Weg

Beitragvon sina am Di 4. Nov 2008, 21:43

Langsam geht das Tor von Sturmwind auf und die schwer beladenen Wagen rumpeln über das Kopfsteinpflaster auf die Brücke zu. Henrietta hebt leicht den Kopf. Der Mensch neben ihr stemmt zufrieden die Hände in die Hüften und ruft den Kutschern noch zu, dass sie sich gefälligst beeilen sollen. Dann redet er mit dem Hauptmann der Söldner, die den Konvoi bewachen und beugt sich danach zu der Gnomin herunter. „Gute Arbeit! Die Jägerin und ihr Magier sollten ja jetzt zu beschäftig sein, um nochmal ein Hordendorf zu überfallen. Und unsere Lieferung kann die Horde sicher erreichen.“ Sie nickt leicht. Noch immer hat Henrietta den Kampf von Kralle nicht vergessen. Hoffentlich war die Giftmischung richtig! Wenn diese Lieferung schief geht, könnten sie alle auffliegen.

12 Wägen zählt sie, die so schwer beladen sind, dass sich die Achsen durchbiegen und die 6 starken Ochsen immer wieder mit der Peitsche angetrieben werden müssen. Waffen und Erze für die Kriegsmaschine von Thrall sind das Transportgut. Geschützt durch den Passierschein, den der skupellose Waffenhändler aufgrund seiner hohen Stellung bei Hofe bekam, haben die ansonsten so gewissenhaften Torwachen den Transport nicht durchsucht.

So rollt der Transport in die Nacht hinaus.
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Re: Inneres Feuer - Mabokis Weg

Beitragvon Guerro am Mi 5. Nov 2008, 07:38

Geistesabwesend griff Hasret zur Feder, den Blick nicht abwendend von der bauchigen Flasche, die über dem kleinen Brenner hing. Eine quietschrosa Lösung schwappte darin sanft hin und her. Erste kleine Bläschen bildeten sich. Hasret nickte und zog sich einen Handschuh über. Dann hob sie den Deckel des Gefäßes an. Einzelne goldfarbene Pigmente schimmerten auf der Federspitze. Vorsichtig senkte sie die Feder in das Gefäß hinab und klopfte dann sacht auf den Kiel. Einzelne Pigmente lösten sich und fielen, kleinen Sternschnuppen gleich, in die Lösung. Dort wo sie auftrafen, färbte sich das Gemisch nachtblau. Der Weg der Pigmente blieb jedoch golden sichtbar. Hasret griff an den Hals des Gefäßes und nahm es über der Flamme fort. Sie liebte es, Firmamenttinte herzustellen. Nur schade, dass das nicht mit allen Mischungen so schön aussah. Wenn sie da an Dojas Gifte dachte.

Hasrets Blick wurde ernst. Doja, wenn Doja doch hier wäre. Sie hätte die Gnomin bestimmt nicht aus dem Blick verloren. Eor und Hasret hatten sich in der Taverne getrennt und während er dem Mann hinterher ging, verfolgt Hasret die Gnomin. Aber sie war nun einmal kein Schattenläufer und schon bald war die kleine Gestalt verschwommen und nicht wieder aufgetaucht. Nun konnte sie Eor nicht mehr erreichen, weil er fort war in die Wälder und Doja war auf dem Schiff in Richtung Northrend um Sina zu suchen. Mit einem kleinen Seufzer verkorkte Hasret das Gefäß mit der Tinte und tippte sich an die Nasenspitze. Sollte sie Zhuluea Bescheid geben? Sie mochte die Jägerin, aber irgendwo machte sie ihr auch Angst. Und wie sollte sie das anstellen? Sie konnte ihr ja schlecht einen Brief zukommen lassen "Habe gehört dass Ihr vielleicht vergiftet werdet.. .meld Dich mal".

Ihr Blick fiel auf eine Glyphe, die sie gestern das erste mal vollendet hatte. "Die Heilung des Tieres". Das wäre eine Möglichkeit. Kurz entschlossen griff Hasret danach und legte sie in einen kleinen Beutel. Dazu ein kleines Pergament und zehn Minuten später tappste ein Goblin hinaus in den Morgen.
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Re: Inneres Feuer - Mabokis Weg

Beitragvon Maboki am Mi 12. Nov 2008, 13:06

Maboki schaute in entschlossene Gesichter. Vor einigen Tagen hatte er Boten ausgesandt und seine Freunde nach Theramore bestellt. Ohne zu wissen warum, war das kleine Gasthaus mittlerweile gefüllt von Gnomen, Kal'Dorei, Draenei, Menschen und Zwergen. Die Wachen schienen schnell verstanden zu haben, daß sie ausnahmsweise hier nichts verloren hatten und so waren sie unter sich.
Nachdem Maboki erzählt hatte, daß er den Hort von Onyxia gefunden hatte; nachdem er erzählt hatte, warum genau er Onyxia jagte, kamen berechtigte Zweifel von Meister Murkey. Der Gnom mit der markanten Brille und dem roten, teilweise gezwirbelten Vollbart fragte sich laut, ob der große Draenei nicht wieder nur einem Schatten hinterher jagen würde. So, wie er es bereits in Zul Gurub oder in den Ruinen von An'Qhuiraj erlebte. Der Alternativarkanist erwähnte jedoch, daß er trotzdem mitkommen würde, obgleich er es immernoch für eine schlechte Idee hielte, Feuer mit Feuer zu bekämpfen.
Dennoch war er sich der Gefahr bewußt, die Onyxia ausstrahlte. Und Maboki hatte ja erwähnt, daß die freien Völker der Allianz eben durch diese alte Drachendame in erheblicher Gefahr schwebten. Und es immernoch tun. Und in dem Punkt waren sich alle einig. Das Königshaus in Sturmwind musste verschont werden von eben jenen Intrigen, die Onyxia gesponnen hatte. Es durfte nicht noch einmal passieren. Ein Glück, daß Zhuluea der Drachenmutter auf die Schliche gekommen ist.
Ohne großartig weitere Worte zu verlieren, stiegen die Freunde auf ihre Reittiere und ritten los. Die Gnome Blixa, Xylia, Murkey, Ilkar. Der Mensch Farkas Lupusion, Die Kal'Dorei Sintia, Luthienne und Azalaya. Der Zwergenkrieger Rendrox. Und natürlich Zhuluea und Maboki.
Kurz vor dem Hort von Onyxia, im Süden der Düstermarschen hielt der Trupp an.
Letzte Vorbereitungen wurden getroffen. Maboki holte noch einmal das Pergament hervor, welches im Blixa von Sonderkleinsatzkommando gab. Die Gnome des Kommandos hatten ihrerseits Informationen über Onyxia eingeholt und nun teilte er sie seinen Gefährten noch einmal mit. Mächtig und gefährlich war sie, die Brutmutter. Ansätze ihrer Macht hatte Maboki in Sturmwind kennengelernt. Es durfte kein kleinster Fehler passieren. Sonst würden sie alle ins Verderben rennen.
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