Inneres Feuer - Mabokis Weg

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Re: Inneres Feuer - Mabokis Weg

Beitragvon Maboki am Do 20. Nov 2008, 22:13

Langsam gingen die Abenteurer vorwärts. Und vor allem leise. Rendrox, Zwergenkrieger des Sturmgreifenklans ging voraus. Felsvorsprung um Felsvorsprung, Nische um Nische näherten sie sich ihrem Ziel. Alles schien ruhig in dem dunklen und scheinbar leeren Hort. Nur der Geruch von verwesendem Fleisch und etwas Undefinierbarem - etwa wie waberndes Magma - kündigten an, daß diese Höhle zumindest einmal bewohnt worden war.
Maboki wagte kaum zu atmen. Immer wieder schaute er zu seiner Barii, immer wieder fragte er sich, ob er sie noch einmal ausserhalb des Hortes sehen könnte. Zusammen mit all den anderen Mutigen. "Maboki ... meinst du wirklich, daß ist eine gute Idee? " flüsterte Blixa, die magisch aktive Gnomin. Maboki wollte gerade zur Antwort ansetzen, als Rendrox Zeichen gab. Die Gruppe sprang hinter die nächstgelegenen Felsvorsprünge, zog Waffen und hielt die Augen offen.
Zwei. Von vorn. Noch bevor Maboki in dem Halbdunkeln sehen konnte, was dort eigendlich kam, hatte Rendrox schon zum Sprung angesetzt. In sekundenbruchteilen machten es die anderen ihm nach. Und erst jetzt sah Maboki zwei Drachkin. Während der erste bereits unter den Hieben und Stichen der Schwertkämpfer blutüberströmt nach hinten wankte, schoß Zhuluea schon auf das zweite Ziel. Der Pfeil hätte nichtmal tödlich sein müssen. Denn kurz nach dem präzise an Ilkar's Kopf vorbeischnellende Pfeil sein Ziel - das rechte Auge - erreicht hatte, war der Drachkin bereits in arkanen Blitzen und Feuer eingehüllt. Ebenso schnell, wie die Wächter auftauchten, so schnell besudelte ihr Blut den Boden.
Zur Verwunderung aller hatten die Wächter keinen Laut von sich gegeben, und nach ein paar Sekunden des Lauschens schlich der Trupp tiefer in das Herz ves Horts von Onyxia.

Maboki war im hinteren Drittel. Falls dies eine Falle - von wem auch immer - war, wollte er den Rückweg absichern. Er betrachtete die Umgebung. Karger, dunkler Fels, hier und da menschliche Knochen, oder elfisch, zwergisch oder gnomisch. Vielleicht lagen hier auch Knochen der Horde, aber das interessierte den Magier wenig. Zwischendurch flackerte der stinkende Gang immer wieder auf und er wollte gerade ermahnen, endlich die Fackel zu löschen, als er sah, woher das Flackern kam. Pulsierende Lava links und rechts. Und immer, wenn eine kleine Flamme aus der Lava schoss, um die Abenteurer anzugrinsen, bildeten die Schatten der Gefährten verzerrte Gebilde an den Wänden.
Ungewollt zählte Maboki die Schatten. Eins, zwei, drei ..... er schrak auf. Es fehlten welche! Maboki sah sich um. Zu seinem Erstaunen stellte er fest, daß die Schattenkämpfer zurecht diesen Namen trugen. Xilia und Ilkar wurden eins mit den Schatten. Und selbst der etwas sperrig wirkende Zwerg an der Spitze schaffte es, fast komplett in den Schatten zu wandeln. Sollte jemand die Schatten sehen - so hätten sie vielleicht doch noch einen Vorteil, wenn die Anzahl der Eindringlinge unterschätzt wurde.
Blitzschnell und auf äußerste Stille bedacht hechtete Rendrox weiter vor. In einer anderen Situation hätte Maboki wohl geschmunzelt über die Wendigkeit des sonst so behäbigen Zwerges. Im Kampf aber bewies der Zwerg, was es hieß, ein echter Sturmgreif zu sein.
Plötzlich sprang Rendrox zurück in eine Nische. Zwei. Vorne und leicht rechts. Während die Schattenläufer es schafften, sie weiter nach vorne zu stehlen, versuchten die Arkanisten und die Jäger, im Schutze der Dunkelheit ihr Ziel anzuvisieren.
In dem Moment, als Rendrox seine Hand hob um das Zeichen zum Angriff zu geben, schnellten schon zwei Pfeile milimetergenau an seiner rechten Hand vorbei. Fast zeitgleich schickten die Arkanisten ihre Zauber hinterher und so dauerte es wieder nur zehntel Sekunden, bis die beiden Wächter blutgurgelnd und sich windend zu Boden fielen. Zum Bedauern des Zwerges. Denn er hatte es nicht geschafft, einen Schlag gegen die Gegner durchzuführen, was leises Fluchen zur Folge hatte.

Maboki merkte, daß es immer heißer wurde, je tiefer sie in den Hort eindrangen. Und besonders die Gnome schienen langsam echte Probleme zu haben, den Geruch des Todes zu ignorieren. Dies war nicht der Geruch von Schlachtfeldern. Dies war nicht der Geruch der erfolgreichen Jagd. Dies war der Geruch von etwas bestialischem.

Dann wurde der Gang heller. Und breiter. Viel breiter. Hastig drängte der Zwerg zum Halten. Er winkte Maboki zu sich und zeigte vorsichtig zu einer Windung im Gang. Vorsichtig und ohne zu Atmen lugte der Draenei an der Ecke vorbei. Dann zog er schnell seinen Kopf zurück, und grinste animalisch, so daß seine scharfen Eckzähne zum Vorschein kamen.
Er blickte zu seinen Freunden und flüsterte "sie ist da! und sie schläft!" Kein zurück mehr. Kein neuer Versuch. Ein entschlossener Kampf zwischen Leben und Tod. Vielleicht ein letztes Mal blickte er in die Augen seiner Freunde. Nur Murkey schien wenig begeistert und drehte seinen Kopf weg. Der Gnom mit der scheinbar viel zu großen Brille schien immernoch nicht überzeugt davon, daß sie das Richtige taten. Nein, daß Maboki das Richtige tat. Es bestand die Gefahr, daß zu viel Feuer Maboki verzehren würde. Daß zuviel Feuer Maboki den Tod bringen würde - falls Onyxia dies nicht schon vorher tat.
Dennoch war auch in den Augen des Gnoms Entschlossenheit. Maboki war für Murkey zu sehr Freund, als das er ihn hätte alleine gehen lassen.

Sintia und Luthienne sprachen letzte leise Gebete während die Kämpfer schnell noch einmal ihre Ausrütung und Todeswerkzeuge überprüften. Viel Zeit liessen sie sich nicht dabei. Noch schlief die Drachenmutter. Und noch waren sie unendeckt. Noch waren sie im Vorteil.
Noch lebten sie alle.
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Re: Inneres Feuer - Mabokis Weg

Beitragvon Maboki am Mi 3. Dez 2008, 19:10

Rendrox stürmte los.
Die Gruppe tat es ihm gleich.
Obwohl einige wohl Onyxia zum ersten Mal sahen, hielten sie nicht an. Wie ein Berg lag sie inmitten eines großen Raumes, in sich verschlungen.
Die Drachenmutter schrak aufgrund des Kriegsgeschrei auf. Sie musterte die Abenteurer und stand behäbig auf. "Aah, etwas zu Fressen! Seid ihr wirklich so dumm und kommt in meinen Bau? Gut so! Denn nun muss ich nichtmal hier heraus um zu jagen! Und euch, ihr Dreanei, euch werde ich mir bis zum Schluss aufbewahren!". Onyxia lies diesen Worten einen Feueratem folgen. Direkt auf Rendrox zu, der mit einer Hechtrolle nach vorne auswich, die letzten Meter zu Onyxia sprintent überwand, sein Schwert nach oben zeigend, um dem Drachen eine lange Schnittwunde am Bauch zu verpassen. Onyxia schrie auf und lies ihre volle Konzentration auf den schildtragenden Zwerg direkt vor sich. Sie drängte Rendrox an die Wand ihres Baus und versuchte dort, ihn mit ihren Klauen zu bearbeiten.
Die anderen nutzten diese Chance, verteilten sich um die Drachenmutter herum, trieben immer wieder Dolche und Schwerter in die schuppige Haut des Drachens oder wirkten mächtige Zauber. Plötzlich schrie Murkey: "Sie ist eins mit dem Feuer! Unser Feuer kann nichts gegen sie aurichten! Maboki, konzentriere dich auf das Arkane!" Maboki nickte leicht und webte seine Manaströme etwas anders. Jedoch wirklich konzentrieren konnte er sich nicht. Immer wieder musste er dem mächtigen, peitschenden Schwanz ausweichen oder einer seiner Gefährten kam ungewollt in seine Schusslinie, weil diese dem Schwanz ausweichen mussten. Nur Zhuluea stand weit hinter der Drachenmutter und konzentrierte ihre Pfeile auf den Hinterkopf der schwarz-roten Drachendame.
Zwischendurch schrie Onyxia auf, warf einen Feuerball wahllos in die Menge, aber wirklich schwächen konnte sie niemand.
Ilkar und Xilia hatten mittlerweile versucht, sich auf einen Fuß Onyxias zu konzentrieren. Immer wieder stiessen sie ihre Dolche auf die Schuppen ein. Immer wieder und wieder, und immer wieder drehte der Drachen sich zu ihnen um und versuchte sie mit ihren scharfen Zähnen zu fangen. Oftmals verfehlte sie die beiden quirligen Gnome nur um milimeter.

Der Raum wurde heiß. Heiß durch die vielen Feueratacken von Onyxia. Heiß von dem Atem, den sie hatte. Heiß allein durch de Hitze des Gefechts. Der Kampf schien verloren, ehe er richtig begonnen hatte. Was hatte sich Maboki dabei gedacht? War er wirklich so dumm zu glauben, sie könnten einen Drachen töten? Mit so wenig Leuten? Dann hörte er Ilkar etwas schreien. Verstehen konnte er nichts, da Onyxia ihre Flügel ausbreitete und mit mächtigen Schlägen Staub, kleine Steinchen und den Gestank scheinbar genau in seine Richtung wehte. Gleichzeitig schrie der Koloss auf. " Nun gut! Dann werde ich euch aus der Luft bekämpfen!".
Maboki schluckte. Das würde ihr Ende bereiten. Verzweifelt sah er zu seinen Gefährten. Er sah zu Zhuluea, die es scheinbar nicht fassen konnte, daß ihre Pfeile so wenig hatten ausrichten können. Er sah zu Blixa, die wild entschlossen nicht aufhören wollte, ihre arkanen Ströme gegen die Brutmutter zu richten. Rendrox, dessen Schild langsam eine dunkle Farbe annahm. Der jedoch böse und siegessicher grinsend nicht davon abliess, den alten Drachen zu verspotten, anzuspucken und immer wieder anzugreifen. Er sah zu Xilia die lächelnd und hüpfend ihren Dolch hoch hielt. Lächelnd? Zufrieden? Dann sah er es. Ihre Dolch war voller Blut. Und Blut tropfte auch von dem Fuß von Onyxia, der so unaufhörlich behakt wurde. Und viele Pfeile der Jäger steckten ebenfalls im Körper des Drachen.
"Sie ist nicht unsterblich! Und schon gar nicht unverwundbar! Weiter! Weiter!" schrie Maboki gegen das Getöse an. Dies motivierte auch die, die plötzlich aufhörten zu kämpfen, als sie Onyxia in voller Große über sich fliegen sahen. Elegant schwang sich Onyxia in die Lüfte. Es war ein fast schöner Anblick - wenn eben dieser Drache nicht darauf bedacht gewesen wäre, alle unter ihr zu töten.

Die Gruppe musste sich neu orientieren. Daß Onyxia aufsteigen könnte und sie von oben angriff, damit hatte niemand gerechnet. Dabei war das aufgrund der Flugkünste gar nicht abwegig. Aber Zeit zur Beratung blieb nicht. Während sich Fernkämpfer und Arkanisten sich weiter damit beschäftigten, Die Brutmutter zu bekämpfen, kontrollierten die Schatenläufer und Rendrox kurz ihre Ausrüstung. Dann kam von irgendwoher ein "Drachenjunge! Passt auf" zu hören.
Maboki drehte sich um. und erst jetzt sah er es. Eier. Hunderte von Dracheneiern. Und brachen auf. Drachjunge schlüpften und griffen die Gefährten an. Maboki bemerkte einen kleinen Schwamr Drachkins, welcher direkt auf Zhu zusteuerte. Er schrie, aber im Getöse des Kampfes ging es unter. Zhu schien die neue Gefahr nicht zu realisieren! Maboki blinzelte in ihre Richtung. Nur Sekundenbruchteile vor den Drachkins erreichte er seine Barii und fing an, arkane Explosionen zu verursachen. Verwirrt drehte sich Zhuluea um, erkannte die Gefahr und half, die Drachkins zu töten. Für einen Augneblick trafen sich ihre Blicke, Zhu lächelte kurz, aber Zeit zum Danken blieb nicht. Immer mehr Drachkins strömten aus zwei verschiedenen Nischen in den Raum, verteilten sich und griffen alles an, was nicht nach Drachkin aussah.
Verzweifelt kämpften die Freunde gegen Unmengen Drachkins an. Verzweifelt versuchten sie gleichzeitig, das Monstrum übr ihnen zu bekämpfen.
Als der Schwall an angreifenden Drachkinjungen abebbte, atmete Onyxia tief ein. "Deckung" schrie Rendrox, der scheinbar seine Augen überall hatte. Immer wieder war er zu verschiedenen Drachkingruppen geeilt, und immer wieder hatte er genug Zeit, die Brutmutter zu verspotten.
Onyxia atmete tief ein und bedeckte den Boden des Raumes mit einer einzigen Feuerwand. Die Wand bewegte sich von einer Seite quer auf die andere. Direkt auf Luthienne zu, die es nicht geschafft hatte, sich Deckung zu suchen. Abermals blinzelte Maboki und warf sich einen Feuerschutzzauber sprechend auf die Druidin. Maboki spürte die Hitze. Maboki spürte das Feuer. Und er spürte sein Feuer. Es wurde kühler, die Luft schien vom Feuer aus seiner Lunge gezogen, als Luthienne in von ihr warf. Die Druidin musste heilen. Zumindest die größten Wunden grob versorgen. Keine Zeit zum Ausruhen.
Maboki sah sich um. Da sich alle immernoch stellungswechselnd durch den Raum bewegten und niemand in Flamen stand, ging er davon aus, daß alle den Flächenbrand von Onyxia überstanden hatten.
Laut knurrend und scheinbar gänzlich unbeeindruckt der Atacken und dem Tod ihrer Brut setzte Onyxia zur Landung an.
Sie nahm sich das erste Ziel vor, was sie fand. Ein Krallenhieb schleuderte Ilkar weit nach hinten und er schlug hart gegen die felsige Wand. Mit einem zweiten Hieb erwischte die Drachenmutter Maboki und schleuderte ihn ebenfalls quer durch den Raum. Voller Furcht stoppte Blixa ihre Angriffe, als Onyxia direkt auf sie zuging. Onyxia ließ abermals ihre Pranken nach vorne schnellen. Reglos wartete Blixa darauf, vielleicht tödlich getroffen zu werden. Sie kniff die Augen zusammen und wartete. Es passierte nichts. Als sie ihre Augen wieder öffnete sah sie, Daß Rendrox bereits herangestürmt war und ihr mit seinem Schild wohl das Leben gettet hatte.
Die Gruppe kämpfte weiter. Sie kämpfte nicht mehr gegen Onyxia. Sie kämpften schon lange um ihr nacktes Leben. Onyxia und ihre Brut hatten ihnen bereits sehr zugesetzt . Angesenkte Roben, Tiefe Schnittwunden, Brandblasen. Und die Drachendame schien immernoch vor Kraft zu protzen.
Plötzlich hielt Murkey inne. "Verflucht seist du!" schrie er Onyxia entgegen, als sich die Schuppen des Drachen zu verändern schienen. In einem bunten Farbenspiel färbten sich die Schuppen für einen Augenblick, ehe sie wieder ihre ursprüngliche Form annahmen.
"Weiter! Weiter! sie wird schwächer! Hört ihr?!" Rendrox drehte sich wieder zu Onyxia. "Ist das alles, was zu drauf hast, alte Frau? Schlag zu, lange wirst du es nicht mehr können!". Mit einem von Feuer begleiteten Schrei konzentrierte sich der Drachen wieder auf Rendrox. Sie hatte versucht, mit ihrem schweren Schwanz nach Zhuluea zu schlagen, jedoch war die flinke Draenei ihm gleich mehrmals geschickt ausgewichen.
Nachdem Ilkar sich schon lange wieder aufgerappelt hatte und sichtbar voller Schmerzen weiter gegen das große Ungetüm kämpfte, stand auch Maboki langsam wieder auf. Er musste sich stützen, doch kurz darauf stand er wieder aufrecht. Seine Augen funkelten feurig rot und er begann, einen leisen, für keinen zu hörenden Singsang anzustimmen. Er spürte, wie scheinbar endlose arkane Eneergie ihn durchströmte, als er mächtige arkane Geschosse gegen die Drachenmutter warf. Kam es ihm nur so vor? Oder zeigten die Geschosse nun Wirkung? Und die Pfeile der Jäger schienen ebenfalls Wirkung zu zeigen. Die schuppige Haut des Drachen war übersäht mit kleinen blutenden Wunden.
Dies schienen nach und nach alle zu realisieren, und mit einem letzten Kraftakt warf ie ganze Gruppe Onyxia nocheinmal alles entgegen, was sie hatten. Rendrox steckte einmal mehr schwere Schläge ein und wurde zurückgeschleudert. Und ebenso hart, wie er zurückgeschleudert wurde, so hart warf er sich umgehend wieder gegen den Drachen.
Der Flammenatem von Onyxia wurde schwächer und schwächer. Abermals schrie Onyxia auf und warf ihren Kopf nach oben. Sie taumelte unter den nicht enden wollen Angriffen der Eindringlinge.
Sie hob ihre mächtige rechte Pranke zu einem Schlag aus, als sie pllötzlich den Boden unter ihren Fußen verlor. Mit einem lauten Schrei sackte sie zusammen. Ihr Kopf landete einen halben Meter neben Rendrox. Sie schaute zu Maboki. "also doch" keuchte sie, bevor sie zum letzten Mal schwach auf ihren Nüstern ausatmete.
Plötzlich war es still in ihrem Nest.

Onyxia war tot.
Zuletzt geändert von Maboki am So 7. Dez 2008, 21:02, insgesamt 2-mal geändert.
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Inneres Feuer - Zhulueas Abrechnung

Beitragvon sina am So 7. Dez 2008, 12:06

Gut zwei Wochen nach dem Kampf gegen Onyxia:
Langsam versinkt die Sonne hinter den Gipfeln des Steinkrallengebirges. Die kleine Gestalt scheint das aber nicht zu stören, denn sie läuft selbstsicher weiter den Weg hinauf, der wegen der hohen Hänge links und rechts schon in völliger Dunkelheit liegt. Plötzlich bleibt sie stehen und späht in die Nacht, sieht sich um und zieht ihren Dolch. Undeutlich zeichnen sich die Umrisse einer Gestalt vor dem dunklen Himmel ab, die ebenfalls noch in der der Dämmerung aktiv ist: Eine Harpyie auf der Jagt.

Noch hat sie die Gnomin nicht ausmachen können, die sich geschickt von Fels zu Fels auf die Harpyie zu bewegt. Ein paar Meter vor dem Wesen entfernt bleibt Henrietta schliesslich stehen und verharrt regungslos. Die Bestie scheint etwas gewittert zu haben. Schnuppernd zieht sie die kalte Nachtluft ein und wird zusehends unruhig. Gerade will sie sich in die Luft erheben, als sie ein Wurfdolch genau in den Hals trifft. Röchelnd sackt die Harpyie zusammen und windet sich im Todeskampf. Noch bevor sie stirbt, ist die Kopfgeldjägerin über ihr. Sie zieht ein weiteres Messer, drückt ihr Opfer nach unten und schneidet der wehrlosen Harpyie die Klauen ab. Während Henrietta die Klauen in ihrem Beutel verstaut, stirbt das Monster. Zufrieden springt sie vom Felsen und geht weiter ihren Weg zurück zu ihrem Unterschlupf.

Jäger und gejagte. Ein leises, kehliges Knurren in der Nacht verrät, dass noch eine Jägerin ihre Beute ausgemacht hat. Unter einem Felsvorsprung kauern Zhuluea und Kralle. Obwohl es schon so dunkel ist, dass selbst Zhu´s scharfe Augen kaum mehr als Schemen erkennen können, weiß sie, dass sie ihr Ziel erreicht hat. Sie ist sich hundertprozentig sicher. Denn Kralle ist sich sicher. Zhuluea hätte wohl gar nicht sagen können, was es ist, das sie so sicher macht, dass Kralle in der Dunkelheit die mörderische Kopfgeldjägerin ausgemacht hat. Jedenfalls keine Magie oder geheimnisvolle Kommunikation. Keine Gedankenkontrolle, wie sie die Hexenmeister nutzen, um ihre versklavten Kreaturen zu kontrollieren. Nein, sie Kommuniziert mit Kralle schon lange über einen viel stärkeren Kanal: Vertrautheit.

Zhuluea muss nicht extra das Fell der Katze berühren um zu wissen, dass es am Nacken leicht aufgestellt ist. Dazu reicht ihr schon, dass sie aus den Augenwinkeln gesehen hat, wie sich Kralle leicht geduckt hat, als die Gnomin der Harpyie die Klauen abgeschnitten hat. Leise erhebt sich die Jägerin und schleicht in Richtung des Felsens, von dem die Gnomin kurz zuvor herunter gesprungen ist. Geräuschlos entnimmt sie einen Pfeil aus ihrem Köcher und spannt ihn in den Bogen. Wie die Gnomin zuvor nutzt Zhuluea die Deckung der Felsbrocken, die überall verstreut liegen. Kralle ist natürlich nicht zusehen aber keine 3 Schritte von ihr entfernt. Als sie den Felsen erreicht, hört sie, wie das Blut der Harpyie auf den Boden tropft. Ein Geräusch, dass niemand Bemerken würde, wenn es in einer Stadt zu hören wäre. Hier in der Nacht klingt es für Zhuluea so laut wie Donnerhall. So wie die sich entfernenden Schritte der Gnomin, die wegen der feinen Steine ein leicht mahlendes Geräusch verursachen. Vorsichtig spät die Draenei hinter dem Felsen hervor. Langsam geht der Mond über dem Steinkallengebirge auf und taucht den Weg in fahles Licht. Scheinbar unbesorgt geht Henrietta den Weg weiter.

Zhulueas Muskeln spannen sich. Sie zieht die Sehne des Bogens zurück und visiert ihr Ziel an. Auch Kralle macht sich bereit. Im Mondlicht ist die Gnomin gut zu erkennen. Doch Zhuluea zögert. Zuviele Dinge sind noch unklar. Ein unbedachter Akt der Rache könnte sie und ihren Barri weiterhin in Gefahr schweben lassen. Noch weiß sie nicht, wer und warum diese mörderische Kopfgeldjägerin überhaupt auf sie angesetzt worden ist. Zhu lässt den Bogen sinken und beobachtet statt dessen die Gnomin weiter, wie sie ansteigenden Weg weiter geht.

Fast eine halbe Stunde folgt ihrem Ziel. Gleitet lautlos wie ein Schatten von Fels zu Fels. Kralle stehts in ihrer Nähe. Nie verliert sie dabei die Kopfgeldjägerin aus den Augen. Doch dann, gerade, als der Weg eine leichte links Biegung macht, ist die Gnomin plötzlich verschwunden. Zhuluea erstarrt. Wurde sie entdeckt? Läuft sie schnurstracks in eine hinterhältige Falle? Ihre spitzen Eckzähne blitzen in der Dunkelheit, als sie sich Kampfbereit macht und in die Nacht späht. Mit dem Rücken lehnt sie gegen einen gut 3 Mann hohen Felsen, der nach oben hin spitz zuläuft. Zhuluea lauscht angespannt. Nichts. Sie weiß, dass ihre Großkatze ganz nahe ist und im Schatten lauert. Weiter lauscht Zhu in die Nacht. Aber außer dem Schrei eines Steinkauzes ist nicht zu hören. So bewegt sie sich geschmeidig um den Felsen herum und hat nun den Weg vor sich. 60 Meter vor ihr befindet sich die Biegung, an der sie die Gnomin aus den Augen verloren hat. Zhuluea knurrt leise. War es vielleicht ein Fehler, vorhin nicht zu schießen?

Da sieht sie, wie Kralle mit drei, vier Sätzen das ungedeckte Feld überquert und auf der anderen Seite wieder in den Schatten taucht. „Ja, Kralle, Recht hast du!“ Denkt sich die Jägerin und ein leichtes Grinsen erhellt kurz ihr mit einem Kohlestück schwarz gefärbtes Gesicht. Dann überquert sie ebenfalls mit einem kurzen und geduckt ausgeführten Sprint die Fläche.

Neben Kralle lässt sie sich hinter einen Felsen fallen um einen Wimpern schlag später mit gespannten Bogen wieder aufzutauchen. Nichts. Keine Wurfdolche, keine anstürmende Söldnerbande. Vorsichtig bewegt sich die Draenei aus der Deckung heraus und auf die Stelle zu, an der sie die Kopfgeldjägerin das letzte Mal gesehen hat und kniet sich hin. Mit scharfen, geübten Blick hält sie nach einer Spur Ausschau. Aber nicht einmal ein Elekk würde auf diesem harten, felsigen Boden eine Spur hinterlassen.

Knurrten schaut sich Zhuluea um. „Wo versteckst Du Dich, du kleine Ratte?“ zischt sie leise. Kralle zieht witternd die kalte Nachtluft ein und läuft langsam in einem weiten Bogen über den Weg. Die Jägerin erhebt sich und geht ein paar Schritte den Weg weiter. Im Mondlicht kann man weit sehen und sie kann mit ihren scharfen Augen den Weg sehr gut überblicken. Wie vom Erdboden verschluckt. Enttäuscht steht die große Draneijägerin da. Zwei Wochen hat sie nun im Steinkrallengebirge verbracht. Endlose Stunden mit Warten und angestrengten Ausschau halten verbracht. Mittlerweile ist jede Hautfalte, jede Pore mit rotem Staub gefüllt. Auch Kralles Fell hat eine rötliche Färbung angenommen. Und dann ist da noch sie Sehnsucht nach Maboki. Sie atmet tief ein. Vielleicht muss sie doch ein paar Freunde um Hilfe bitten.

Sie will schon nach Kralle rufen und den Rückweg zum Gipfel antreten, als sie merkt, dass Kralle das Jagdfieber gepackt hat. Die Katze steht vor einem kleinen Brombeerstrauch, der zwischen zwei Felsblöcken eingekeilt steht und wittert. Mit der Vordertatze versucht sie den Strauch auf die Seite zu schlagen. Zhuluea kniet eine Sekunde später neben ihr und legt ihr beruhigend die Hand auf den Kopf. Dann untersucht sie den Brombeerstrauch. Wie fast alle Sträucher ist dieser auch wegen des Windes schief gewachsen, das kann Zhuluea deutlich am Stamm erkennen. Dieser hier steht aber gerade da. Mit einem kleinen Band wurde der Strauch an dem Felsen in einer geraden Haltung fixiert. Als Zhuluea das Band löst, kippt der Strauch sofort auf die Seite und offenbart einen kleinen Hohlweg, der zwischen den hohen Felsen hindurchführt. Die Augen der Jägerin blitzen. Schnell liebkost sie ihre Kralle und überprüft dann ihre Ausrüstung. Die gut eingetragene Lederrüstung sitzt wie eine zweite Haut über ihrem schlanken und muskulösen Körper. Alle Schnallen sind fest gezurrt. Nichts kann klappern. Alles ist matt schwarz eingefärbt, so dass kein Teil Licht reflektieren könnte. Der Bogen ist straff gespannt, das Messer gewetzt. „So, Kralle, jetzt ist die Zeit der Rache gekommen“ flüstert sie, bevor sie sich vorsichtig in den Hohlweg tritt.
Zuletzt geändert von sina am So 7. Dez 2008, 14:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Inneres Feuer - Mabokis Weg

Beitragvon sina am So 7. Dez 2008, 12:06

Einen Schritt vor den anderen. Lautlos und mit gespannten Bogen tastet sich Zhuluea durch die Felsspalte. Vor langer Zeit hat Wasser diesen Felsen ausgehöhlt und die Wände abgeschliffen. Von oben fällt nur wenig Licht in die Spalte und etwas von dem Fluss scheint noch zu existieren, denn es tropft unentwegt.Nach ein paar Metern kann die Jägerin einen leichten Lichtschein entdecken. Noch ein paar Schritte und der Hohlweg öffnet sich zu einem kleinen Gewölbe. Auch hier kann man sehen, dass hier einst Wasser geflossen ist. Denn im spärlichen Licht eines Feuers und ein paar Lampen kann Zhuluea erkennen, dass es sich um eine Tropfsteinhöhle handelt. Regungslos steht sie noch im Schatten des Durchgangs und beobachtet. Da poltert es plötzlich blechern in der Höhle und die Jägerin kann leise Flüche hören. Im Feuerschein kann sie einen kleinen Schatten erkennen, der in der Höhle herumläuft. Zhuluea nutzt die Gunst der Stunde und pirscht sich ein paar Meter weiter vor, wo sie sich hinter einem mannshohen Stalagmiten versteckt. Kralle kann sie zwar nicht sehen, doch sie weiß, dass ihre Großkatze ebenfalls in der Höhle ist.

Henritta brauch ein paar Minuten um die Sauerei auf zu wischen, die sie verursacht hat. Ärgerlich wischt sie den puren Alkohol auf, der sich über den Höhlenboden verteilt hat und den sie so dringend zum extrahieren von Giftigen Essenzen benötigt. „Naja, wenigstens ist nicht alles verschüttet“ murmelt sie und läuft zum anderen Ende der Höhle um den nassen Lampen aufzuhängen. Nach dem sie sich auch noch die Hände in einem Felsenbecken gewaschen hat, geht sie zurück zu ihrem Labor. Da klingelt der Gnomonikator leise. „arh... was.. mh?“ Hastig greift sie zum Kommunikator und drückt auf den Empfangsknopf:
„Ja?...Ja, ich habe doch gesagt, dass diese Kröte ihr Kätzchen gesund pflegen wird....Nein, die Katze ist sicherlich nicht mehr am Leben... „
Nahe dem Eingang verengen sich Zhulueas Augen zu schlitzen. Kaum kann sie ihre Wut im Zaum halten. Aber noch weiß sie nichts über die Hintermänner und so eine Chance kommt nicht wieder. Selbst wenn ihr doch ein paar Wege einfallen würden, wie sie die kleine Ratte zum sprechen... Da reißt sie die Stimme der Kopfgeldjägerin jäh aus ihren Gedanken: „1500 für die Katze... jaja..500 gut..“ Die Kopfgeldjägerin knurrt „ Aber 2000 für die Jägerin! Und nochmal 2500 für den Magier... ja!... es war so ausgemacht! Gieriger ...“ erneut knurrt sie: „Ich feilsche hier nicht!“ Dann scheint der Gesprächspartner einzulenken und etwas weniger gereizt spricht die Gnomin weiter: „Die Katze ist erledigt... Ihr könnt die Lieferung losschicken“.

Zhulueas ballt die Fäuste und umschließt dabei ihren Bogen so feste, dass die Hand schmerzt. „Deine Gier wird Dich umarmen und erdrücken, Gnomin“ Ihre Lippen bewegen sich doch kein Laut dringt zwischen ihnen hervor.

„Es ist eine gute Idee, wenn Ihr Euer Banner auf die Wagen hängt. So werden sie sicherlich nicht so scharf kontrolliert. Haha... auf die Idee kommt wohl keiner, dass der Hofkämmerer nicht das sauer verdiente Geld der Bürger transportiert sondern...jaja schon gut... mh.. ja? Die letzte Lieferung? Natürlich kenne ich das Waffenlager... das würde schon eine große Menge an Gift erfordern – oder sollen sie nur schlafen? Nein, dazu muss ich erst Kräuter sammeln gehen.... Naja, ich denke mal, in 5 Tagen könnte ich diese Menge herstellen...“

Die Draneijägerin hat genug gehört. Lautlos schleicht sie sich Rückwärts aus der Höhle. Dabei gibt sie Kralle ein Zeichen, zu warten. Als sie kurz darauf die Höhle verlässt, atmet sie zunächst in tiefen Zügen die kühle Nachtluft ein. Der Kampf mit sich selbst, nicht gleich los zu stürmen und die Kopfgeldjägerin mit einem gezielten Schuss zu töten, hat sie sehr aufgewühlt. Dazu noch diese Informationen. Sie hat alle Informationen die sie braucht, um Maboki zu schützen, Rache zu nehmen und auch noch ein Komplott aufzudecken. Scheinbar war Onyxia nicht die einzige Made in dieser fetten Stadt. Zhuluea zieht ihren Kommunikator aus der Tasche und stellt die Frequenz ihres Barris ein. Erleichtert vernimmt sie seine Stimme: „Zhuluea? Mein Baari, wo bist Du?“ „Maboki, Du musst sofort zu mir kommen... es geht um diese Kopfgeldjägerin“ Der Magier bemerkt sofort, dass etwas nicht stimmt und verliert keine Zeit, mit weiteren Fragen sondern kanalisiert seine Arkanen Energien um mit Hilfe einer Rune ein Portal in das Steinkrallengebirge zu öffnen. Neben seiner Gefährtin tritt er aus dem gleißenden Licht seines Portals.
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Re: Inneres Feuer - Mabokis Weg

Beitragvon sina am Mo 8. Dez 2008, 22:31

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